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Galerie ART CRUFiguren aus Farbakkorden

Caroline Crozat, „O.T.“, 2014-2018, Mischtechnik, 73x116 Foto: Courtesy the artist und Galerie ART CRU Berlin

Caroline Crozat gehört zu den Künstler:innen, denen jedes Ausdrucksmedium zur Verfügung steht. Sie spielt in der Rockband Ange, schreibt Bücher wie „L’objectivité est une hallucination collective“ und malt. Als Musikerin ist sie Autodidaktin. Malerei aber hat sie in Metz studiert. Betrachtet man ihre von Streetart und Comic geprägten, neoexpressiven Leinwände könnte man freilich meinen, hier sei einfach ein Talent der Art brut zugange, zumal Crozat sich selbst dieser Tradition außenseiterischer Kunst zurechnet und ihre Gemälde entsprechend in der Art Cru präsentiert. Und insofern Crozat am Aspergersyndrom leidet, ist der Eindruck sicher nicht ganz falsch. Doch Crozat ist mehr als nur ein Talent. Beim genauem Betrachten der Strichmännchen und -frauen mit den großen Augen wird die Künstlerin sichtbar, die ihre Figuren mit selbstbewusst-distanziertem Gestus in hinreißende Farbakkorde einbettet oder sie gleich aus dieser Farbsetzung – und nicht der zunächst dominanten Strichführung – konstruiert. Art Cru, die gemeinnützige Galerie für Kunst von Menschen mit Behinderungen und Psychiatrie-Erfahrung, hatte kürzlich einen Wasserschaden und hofft nun, durch die Strippenausstellung vom 19. März bis zum 4. April einen Teil der dadurch verursachten Kosten einspielen zu können. Arbeiten gibt es dann zum halben Preis. (wbg)

Bis 7. 3., Di.–Fr. 12–18 Uhr, Sa. 14–18 Uhr, Oranienburger Str. 27

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