der tazkulturrat empfiehlt

Antonia Herrscher
taz plan

Lanzmanns „Shoa“ (1985)

Claude Lanzmann schuf mit „Shoah“ einen der unerbittlichsten Filme über den Völkermord an den europäischen Juden. Das neuneinhalbstündige Werk deckt minutiös die Mechanismen der Vernichtungsmaschinerie auf. Um das „Undarstellbare“ darzustellen, verzichtet er auf jegliches Archivmaterial und eine Kommentierung.

27. 1., Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10 Uhr

Thomas Mauch
Berlin-Kultur

Mit Rota Fellini feiern

Toll, diese Traute für das Sentimentale. Fast konnte man mit seiner Musik für „Der Pate“ meinen, es ginge da um Menschliches und nicht die Mafia. Auch diese Musik zum Coppola-Film ist vom Babylon Orchester zu hören, im Mittelpunkt des Konzertes zum 100. von Federico Fellini aber stehen natürlich Nino Rotas Arbeiten für dessen Filme.

25. 1., Babylon Mitte, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 19.30 Uhr

Ole Schulz
taz plan

„Gunst und Gewalt“

Sport war in Konzentrationslagern allgegenwärtig. Sportliche Übungen wurden von Aufseher*innen gewaltförmig gegen die Häftlinge gerichtet. Doch auch Häftlinge organisierten gemeinsame Fußballspiele. Veronika Springmann beleuchtet in „Gunst und Gewalt“ einen Aspekt der Alltagsgeschichte in Konzentrationslagern.

23. 1., Friedrich-Meinecke-Institut, Koserstraße 20, FU Berlin, 18 Uhr

Beate Scheder
taz plan

Körper im Duett

Die extreme Verlangsamung von alltäglichen Bewegungen gehört zum performativen Vokabular der Künstlerin Maria Hassabi. In ihrem Stück „Together“, das sie im Gropius Bau im Rahmen der Reihe „Rituals of Care“ gemeinsam mit Oisín Monaghan aufführt, erörtert sie auf diese Weise die Bedingungen menschlichen Zusammenlebens.

23. + 24. 1., Gropius Bau, Niederkirchnerstr. 7, 20 Uhr

Tim Caspar Boehme Film

Ginger und Fred (1986)

In dieser Woche wäre Federico Fellini 100 Jahre alt geworden. Das Arsenal widmet dem Jubiläum eine Reihe seiner Filme mit Marcello Mastroianni. Darunter „Ginger e Fred“ (1986), eine Satire auf die privatisierte Medienlandschaft Italiens. Seine damit einhergehende Kritik am aufkommenden Berlusco­nismus ist leider aktuell geblieben.

23. 1., Kino Arsenal, Potsdamer Str. 2, 20 Uhr