Das kommt

Der Erhardt ist wieder da

Göttingen atmet auf, Erleichterung macht sich breit, denn Heinz Erhardt kehrt zurück. Nein, nein, nicht leibhaftig. Lediglich ein Mitte September von Unbekannten entwendetes und drei Wochen später wiedergefundenes Denkmal, das den Dichter, Schauspieler und Komiker als Verkehrspolizisten zeigt, wird am Dienstag auf seinem angestammten Platz auf dem kleinen Heinz-Erhardt-Platz nahe der Weender-Tor-Kreuzung wiedererrichtet. Der Raub und die zunächst ergebnislose Suche nach dem Denkmal, über die auch überregionale Medien berichtet hatten, waren in der Stadt mit großer Spannung verfolgt worden.

Die erstmals im Jahr 2003 aufgestellte Figur gilt als einziges Heinz-Erhardt-Denkmal Deutschlands. Sie zeigt, wie Erhardt, der von 1909 bis 1979 lebte, in seiner Rolle als Verkehrspolizist Eberhard Dobermann im Film „Natürlich die Autofahrer“ den Verkehr regelt. Erhardt hat zwischen 1956 und 1960 insgesamt acht Filme in Göttingen gedreht. Göttingen war damals eine bedeutende Filmstadt und eines von fünf Filmzentren in Westdeutschland. An die 100 Spielfilme wurden hier produziert, darunter auch Frank Wisbars Antikriegsfilme „Nacht fiel über Gotenhafen“ und „Hunde, wollt Ihr ewig leben?“

Eigentlich macht das Heinz-Erhardt-Denkmal gar nicht so viel her. Die mit Untersatz gerade mal zwei Meter hohe Standfigur ist aus gedampften Acrylglas – klingt klasse, ist aber nichts weiter als Plexiglas – gefertigt und wiegt schlappe 20 Kilogramm. Gleichwohl war die Aufregung groß, als das Denkmal plötzlich nicht mehr da war. Der Polizei zufolge hatten die unbekannten Täter den Erhardt gewaltsam vom Sockel entfernt und mitgenommen.

Auf der Suche nach Erhardt alias Dobermann tappten die Ermittler zunächst im Dunkeln. Zwar sollte die Figur zwischenzeitlich an allen möglichen Orten der Stadt gesichtet worden sein, eine richtig heiße Spur war aber nicht darunter.

Am 7. Oktober entdeckten Spaziergänger das Denkmal schließlich auf dem Göttinger Stadtwall nahe des Botanischen Gartens, an einen Baum gelehnt und ganz leicht an einem Fuß beschädigt. Inzwischen haben Fachleute das Denkmal repariert und nach eigenen Angaben so optimiert, dass weitere Diebstähle zumindest deutlich erschwert würden. Eine Druckerei hat die Sanierung gesponsert, das Polizeikommissariat Göttingen übernahm die Patenschaft für das Denkmal. Gleichzeitig sind die Ermittlungen in dem Kriminalfall noch nicht abgeschlossen. Reimar Paul