das wetter: Dirty Dörte im D-Zug
Dirty D. war keine Rotkreuzhelferin, die in roten Reflektionshosen im Zug saß und von ihrem Rückflug träumte. Sie war keine Gruppe angehender Rentnerinnen, die von ihrer Reise vom Flughafen zurück acht Plätze reserviert hatten, auf die sie auch bestanden, als sie ab Dortmund nur noch zu sechst waren und der Zug aus allen Nähten zu platzen drohte – sie hatten schließlich bezahlt. Dirty D. war kein norddeutscher Bayernfan auf der beschwerlichen Rückreise von einem Auswärtsspiel im Schwäbischen mit unbefriedigendem Ausgang. D. D. war eine Fantasie, eine Welle in Blau, eine heimliche Berührung unter dem Tisch, ein Auto, das durchs Sauerland fuhr. D. D. war ein Schnellbus auf einer Schnellbusstrecke, eine starke, gefährliche Maschine, sie war das Mädchen mit den Kirchenfensteraugen, das Arthur die Zugfahrkarte bezahlt hatte.
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