piwik no script img

Schinkel PavillonPeter Wächtler: Das Selbstmitleid eines Himmelskörpers

Der Mond hat miese Laune. Pfeife im Mundwinkel, Zipfelmütze auf dem Kopf hängt er am Himmel und ergießt sich in Selbstmitleid. So viel erwartet er doch gar nicht vom Leben, nicht das große Glück, nur ein Brot mit Edamer und einen Kaffee auf dem Balkon. Übertrieben melancholisch bis grotesk zieht sich die Litanei über die 14 Minuten des Films von Peter Wächtler hinweg, eine absurd-komische Abhandlung der Irrungen und Wirrungen (zwischen-)menschlichen Daseins in Prosagedichtform. In das passende Publikum kann man sich in der Ausstellung auch gleich einreihen: Es lauschen sechs maulwurfartige Keramikwesen auf Ohrensesseln. Thomas Bernhard lässt grüßen. BSH

Bis 30. 7., Do.–So., 12–18 Uhr, Oberwallstr. 1

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 390 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen