Die Liga im Überblick: Hertha vorn, Hoffenheim geknickt

Hertha übernimmt die Spitze und düpiert den FC Bayern. Hamburg nach dem 2:0-Sieg über die Arminia hinter Hoffenheim Dritter. Im zweiten Sonntagsspiel trennen sich Cottbus und der BVB 1:1.

Will nun Meister werden: Hertha-Stürmer Woronin. Bild: dpa

DÜSSELDORF dpa/taz Die Meisterschaft ist offen wie selten zuvor. Während zum Start der Rückunde nur über den FC Bayern und Hoffenheim geredet wurde, einige vielleicht noch über Leverkusen und den HSV spekulierten, ist bereits am dritten Tag der Rückrunde keine dieser Mannschaften auf Rang eins. Denn nach einem äußerst effektiven 2:1 gegen die Münchener steht da plötzlich Hertha BSC Berlin.

Damit nicht genug: Den Tabellenführer und den sechstplatzierten VfL Wolfsburg trennen nach dem 20. Spieltag nur sieben Punkte. Neuling 1899 Hoffenheim musste bereits am Freitag (dem 13.) eine bittere 1:4-Niederlage gegen Bayer Leverkusen aushalten.

So rutschte Rekordmeister München in der Tabelle auf Platz vier, da der Hamburger SV am Sonntag das Duell mit Arminia Bielefeld erwartungsgemäß mit 2:0 gewann und nun auf Platz drei steht. "Auf Schalke" brennt dagegen die Luft: Das 1:2 in Bochum zementiert den Schalker Platz im Mittelmaß der Liga.

Glück für den HSV

Die Hamburger hatten bei Ihrem Sonntagssieg ein wenig Glück. Nach dem 1:0 von Piotr Trochowski in 32. Minute konnten die Hamburger nicht schnell nachlegen. In der 55. Minute hatte der Bielefelder Torjäger Artur Wichniarek sogar die eigentlich sichere Chance zum Ausgleich. Doch er scheiterte mit einem Foulelfmeter an Torwart Frank Rost. So konnte Paolo Guerrero fünf Minuten später mit dem 2:0 für die Vorentscheidung sorgen.

Ergebnisse:

1899 Hoffenheim - Leverkusen 1:4

1. FC Köln - Karlsruher SC 0:0

VfL Bochum - FC Schalke 04 2:1

Bremen - Mönchengladbach 1:1

Hertha BSC - Bayern München 2:1

Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg 0:2

Hannover 96 - VfB Stuttgart 3:3

Hamburger SV - Arminia Bielefeld 2:0

Bor. Dortmund - Energie Cottbus 1:1

Tabelle (Tore, Punkte)

1. Hertha BSC 32:23 40

2. 1899 Hoffenheim 46:28 39

3. Hamburger SV 31:27 39

4. Bayern München 43:28 38

5. Bayer Leverkusen 43:27 36

6. VfL Wolfsburg 40:26 33

7. VfB Stuttgart 35:28 32

8. Borussia Dortmund 30:24 31

9. FC Schalke 04 26:19 30

10. Werder Bremen 41:32 27

11. 1. FC Köln 22:28 25

12. Hannover 96 25:38 21

13. Eintracht Frankfurt 26:35 20

14. Arminia Bielefeld 18:31 18

15. VfL Bochum 23:33 17

16. Energie Cottbus 16:33 17

17. Karlsruher SC 18:36 17

18. Bor. Mönchengladbach 20:39 13

Borussia Dortmund kam im zweiten Sonntagsspiel nicht über ein 1:1 gegen Energie Cottbus hinaus. Das war schon das achte Remis der Saison im eigenen Stadion. Zudem verlor Trainer Jürgen Klopp seinen Spieler Young-Pyo Lee nach einer Rote Karte.

Bruderduell in Berlin

Im Berliner Bruder-Duell der Manager Dieter und Uli Hoeneß behielt der Jüngere die Oberhand. "Alle wundern sich und reiben sich die Augen", erklärte Dieter Hoeneß hinterher. Für Herthas Doppel-Torschützen Andrej Woronin erfüllte sich "ein Traum". Jetzt will der Herthaner nur noch eines: "Meister werden."

Bayern-Coach Jürgen Klinsmann war bedient: "Es nervt." Schon vier Niederlagen musste er hinnehmen. Schlechter erging es den Bayern bis zum 20. Spieltag bislang nur in drei Spielzeiten.

Bayern bleibt siegessicher

"Am 34. Spieltag - und nur darauf kommt es an - sind wir ganz oben", prophezeite dennoch Uli Hoeneß. Und sein Bruder pflichtete ihm bei: "Am Ende wird der Meister Bayern heißen."

Doch die Konkurrenz formiert sich trotz Instabilität wie bei Leverkusen oder Hoffenheim. Bayer-Torjäger Patrick Helmes warnte nach seinen Saisontreffern 14 und 15, es sei "falsch, uns abzuschreiben".

Auch Wolfsburg attackiert inzwischen. Nach dem 2:0 bei Eintracht Frankfurt, dem ersten Auswärtserfolg dieser Spielzeit, fühlt sich Trainer Felix Magath gerüstet für das Spiel gegen Hertha in der kommenden Woche: "Wir wollen unseren Zuschauern ein tolles Spiel liefern und auch gegen Berlin gewinnen."

Hohe Ansprüche, meilenweite Entfernung

Dagegen befinden sich Schalke und Werder in deprimierenden Zwangslagen. Bremen dümpelt nach dem 1:1 gegen den Tabellenletzten Mönchengladbach ebenso vor sich hin wie die Schalker. "Es wird keine personellen Konsequenzen geben. Der Trainer steht nicht zur Disposition", sagte Schalke-Geschäftsführer Peter Peters. Den Unmut der Fans nach dem 1:2 beim abstiegsbedrohten VfL bekam Manager Andreas Müller ab ("Müller raus"). Peters sagte dazu: "Wir stehen loyal zueinander." Was immer das am Ende heißen wird.

In Bremen verschenkte Werder trotz 13:2 Torschüssen und 19:2 Ecken den ersten Rückrundensieg. "Unfassbar", klagte Torsten Frings, dessen Mitspieler an Borussia-Schlussmann Logan Bailly verzweifelten. "Er hat Weltklasse gehalten", lobte Gäste-Trainer Hans Meyer den Belgier.

Trotzdem bleiben die Gladbacher mit 13 Zählern abgeschlagen. Und andere potenziell abstiegsgefährdete Teams wie der 1. FC Köln (25), Hannover 96 (21) oder Frankfurt (20) sind enteilt.

Dennoch plagte sich Kölns Trainer Christoph Daum angesichts des 0:0 gegen Karlsruhe mit negativen Gedanken: "Sorgen sind meine ständigen Begleiter." Das trifft auch für Hannovers Dieter Hecking zu, dessen Mannschaft dem UEFA-Cup-Aspiranten VfB Stuttgart beim 3:3 immerhin einen packenden Fight lieferte.

Packender Fight in Hannover

Die Schwaben waren durch Mario Gomez und Martin Lanig 2:0 in Führung gegangen - und gerieten trotzdem noch 2:3 in Rückstand. Erst drei Minuten vor Schluss rettete Thomas Hitzlsperger einen Punkt mit seinem Treffer zum 3:3.

Hecking bekam schon vor dem 3:3 eine Job-Garantie: "Er leistet hervorragende Arbeit. Er passt zu uns", hob Clubchef Martin Kind hervor. Ähnliches hätte Andreas Müller in Gelsenkirchen auch gern vernommen.

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