Ausweitung von Google Wave: E-Mail und Chat wird eins

Ein neues Kommunikationssystem des Internetkonzerns Google sorgt in der Web-Szene für Wirbel. Doch bislang konnten nur wenige "Google Wave" ausprobieren. Nun sollen es mehr werden.

Treffs zum neuen Google-Dienst: www.wavecamp.org. Bild: Screenshot

BERLIN taz | Im Frühjahr kannten Internet-Experten eine Zeit lang nur noch ein Thema: Google und sein neuartiger Kommunikationsdienst Wave. Ende Mai war das Angebot auf der Entwicklerkonferenz des Online-Riesen in San Francisco vorgestellt worden - samt der Entwickler, die bereits weltweit stark verwendete Anwendungen wie "Google Maps" erfunden hatten.

Doch nachdem der erste Wirbel abgeklungen war, blieb es eher ruhig um Google Wave. Der Dienst, der sich noch in der Entwicklungsphase befindet, nahm anfangs nur ausgewählte Interessierte auf, sich einen Überblick zu verschaffen. Nun sollen in den nächsten Wochen 20.000 weitere Programmierer Zugriff erhalten. Viel interessanter ist aber, dass der Dienst sich bald mehr Nutzern öffnet: Bis Ende September sollen 100.000 User per Google Mail eine exklusive Einladung erhalten, wenn sie sich vorab registrieren.

Was Google Wave eigentlich ist, lässt sich in wenigen Worten schwer erklären: Der Dienst hat die Absicht, ein zusätzliches Internet-Kommunikationsprotokoll, wie man es heute von elektronischer Post oder Chats kennt, zu werden. In einem Browserfenster kann man E-Mail-artig kommunizieren, aber auch Buchstabe für Buchstabe verfolgen, was der andere tippt. Bilder sind ebenso schnell eingefügt wie Privatgespräche, die von der sonst gemeinschaftlich geführten "Welle" einfach abzweigen.

Dabei vereint der Dienst mehrere Kommunikationskomponenten geschickt miteinander und lässt sich nahezu beliebig erweitern. Zudem gibt sich Google im Gegensatz zu vielen seiner anderen Dienste sehr offen: Jeder kann einen Wave-Server aufsetzen, seine Daten dem Internet-Riesen überlassen muss man nicht.

Wer sich für Wave und seine Entwicklung interessiert, kann sich inzwischen auch in Deutschland informieren. In Berlin hat sich das so genannte "German Wave Camp" zusammengefunden, wo man in den nächsten Monaten regelmäßige Treffs und ein größeres Meeting veranstalten will. Fehlen nur noch die Nutzer: Bei allem Hype unter Entwicklern muss Google diesen nun vor allem erst einmal erklären, wozu sie Wave überhaupt verwenden können. Als neuartiges Produkt bedarf das einiger Aufklärungsarbeit.

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