Netzneutralität in den USA

Google will keine Beschränkungen

Auch in den USA wird um Netzneutralität gestritten. Verfechter der Freiheit ist ausgerechnet Google. Mit einem Breitbandprojekt will die Firma beweisen, das Hochgeschwindigkeitsstrecken profitabel sind.

Google will ein profitables Hochgeschwindigkeitsnetz für bis zu 500.000 Amerikaner bauen. Bild: ap

SAN FRANCISCO/WASHINGTON rts | Google hat den Aufbau eines experimentellen Netzwerks für Hochgeschwindigkeits-Internetzugänge in den USA angekündigt. Zwischen 50.000 und 500.000 Amerikaner sollen in ihren Häusern einen Glasfaser-Anschluss mit einer Geschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde erhalten, kündigte der Internet-Konzern an.

Dies sei mehr als 100 Mal so schnell wie in den USA üblich. Google werde die Kosten für den Aufbau des Netzes ohne Partner oder Regierungszuschüsse übernehmen und den Dienst dann den Endkunden in Rechnung stellen. Interessierte Bundesstaaten und Kommunen sollten sich an Google wenden.

Experten sehen hinter dem Vorstoß insbesondere innenpolitische Gründe. Im Streit um die sogenannte "net neutrality" (dt. "Netzneutralität") fordert Google, dass Internet-Nutzer ihre Programme ohne Einschränkung der Bandbreite durch die Netzbetreiber benutzen können sollen.

Dagegen beanspruchen Unternehmen wie AT&T und Verizon das Recht, datenhungrige Anwendungen wie Video drosseln zu dürfen. Mit der Teststrecke "setzt sich Google im großen Stil für die Netzneutralität ein", sagte Daniel Hays von PRTM. Google wolle zeigen, dass derartige Hochgeschwindigkeitsstrecken technisch machbar und profitabel seien.

Ein Verizon-Sprecher begrüßte die Google-Ankündigung als "neuen Absatz" in der "aufregenden Geschichte" der Entwicklung des Internets. AT&T lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Streit um die Netzneutralität findet vor dem Hintergrund eines Projekts der US-Regierung statt: Die Funkaufsichtsbehörde FCC soll dem Kongress einen nationalen Breitband-Plan vorlegen, der eine lückenlose Versorgung der Bevölkerung mit Hochgeschwindigkeits-Zugängen zum Ziel hat. Der FCC-Vorsitzende Julius Genachowski begrüßte die Google-Ankündigung. Damit werde ein amerikanisches Versuchslabor für die nächste Generation von innovativen Internet-Anwendungen, -Geräten und -Diensten geschaffen, erklärte er.

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