piwik no script img

Kommentar WettskandalRufmord auf Raten

Kommentar von

Marco Carini

Der Fall Schnitzler, mit allen seinen Weiterungen, zeigt auf, woher auch dem FC St. Pauli im Haifischbecken Profifußball die Gefahr droht: Spieler werden vom Geld verführt, ein Sport wird verkauft.

D a war einer krank - spielsüchtig - und die ungenießbare Suppe, die er in diesem Zustand hat köcheln lassen, müssen nun andere auslöffeln. So schlicht lässt sich die Causa Schnitzler beschreiben. Getrieben von Spielschulden hat der als labiler Charakter bekannte Spieler Teamkollegen offenbar ohne deren Wissen in seine kriminellen Aktivitäten involviert und damit diesen Profis, aber auch dem FC St. Pauli, einen immensen Imageschaden zugefügt. Rufmord auf Raten - denn irgendwas bleibt immer hängen.

Tatsache ist: Bislang steht neben Schnitzler kein ehemaliger oder aktueller Profi des Bundesliga-Aufsteigers unter ernsthaftem Verdacht, an Spielmanipulationen beteiligt zu sein. Doch Gerüchte werden weiter kursieren, bis alle Vorfälle - und auch bestimmte Ungereimtheiten in Schnitzlers Aussagen - aufgeklärt sind. Da ist es gut, dass das Bochumer Wettskandal-Strafverfahren noch in diesem Monat beginnt und hoffentlich mehr Antworten geben als neue Fragen aufwerfen wird.

Der Fall Schnitzler, mit allen seinen Weiterungen, zeigt auf, woher auch dem FC St. Pauli im Haifischbecken Profifußball die Gefahr droht: Spieler werden vom Geld verführt, ein Sport wird verkauft. Kriminelle Wettpaten und die Verlockungen des großen Geldes sind für St. Pauli mit Sicherheit gefährlicher als die kommerzkritischen "Sozialromantiker".

Nur noch 390 – dann sind wir 50.000

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 390 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Hamburg-Redakteur
Mehr zum Thema

0 Kommentare