NDP

Kritische Masse: 1.000

Innenbehörde und NPD-Gegner präsentieren ihre Pläne für die Großdemo am Samstag. 3.000 Polizisten werden den Nazi-Aufmarsch im Hohentor abschirmen

Keine Drohne, sagt der Innensenator, flog zur Produktion von Bildern über die Neustadt, sondern nur ein "Gerät zur Anfertigung von Luftbildaufnahmen" - der Polizeihubschrauber sei zu teuer gewesen. Bild: dpa

Der DGB rechnet am Samstag mit bis zu 10.000 NPD-Gegnern. Die NPD hat ihre Teilnehmerzahl auf "200 bis 400" reduziert. "Völlig überzeichnet", sagt dazu Mäurer. "Es kommen vermutlich nur die Hälfte." Die Innenbehörde hat dennoch 2.000 Polizisten aus anderen Bundesländern angefordert. Sie werden mit 1.000 Bremer Beamten am Samstag im Einsatz sein. "Das kostet 1,2 Millionen" - aber nur so seien die Beamten vor den "Störern" ausreichend geschützt, sagte Mäurer. Im Internet kursierten Videos mit Aufrufen zu Gewalttaten. "Bevor jemand einen Stein aufheben kann, müssen ihm schon zwei Beamte auf die Füße getreten haben."

Düring sagte dazu, die NPD-Gegner würden sich "nicht auseinanderdividieren lassen nach dem Motto ,Hier die böse Antifa und da der Rest'. Wir werden das alle zusammen machen."

Wie die Polizei auf die geplanten Sitzblockaden reagieren wird, wollte Mäurer nicht direkt sagen: "Wir werden uns sehr zurückhalten in der Beantwortung dieser Frage." Es gelte aber stets der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. "Und wenn 1.000 Leute auf der Pappelstraße sitzen, wäre es sicherlich nicht Verhältnismäßig, die einzeln wegzutragen."

Zu dem Vorwurf, die Polizei hätte über dem Neustadtsbahnhof eine Aufklärungsdrohne getestet, sagte Mäurer es habe sich dabei um ein aus Niedersachsen geliehenes "Gerät zur Anfertigung von Luftbildern" gehandelt. Es sei zu teuer gewesen, für die Fotos einen Polizeihubschrauber starten zu lassen. Die Bilder brauche man "zur Orientierung der auswärtigen Kräfte", so ein Polizeisprecher - Google Earth sei nicht mehr aktuell. Während des Einsatzes werde die fliegende Kamera aber am Boden bleiben: "Wir kennen die Datenschutzdiskussion und werden einen Teufel tun, das am Samstag einzusetzen."

Die Route der NPD führt direkt an der Becks-Brauerei vorbei. "Die Kollegen sind davon überhaupt nicht begeistert", sagte ein Vertreter der Gewerkschaft NGG. Die Brauer hätten ",Kein Bier für Nazis'-Plakate drucken lassen und wollen das Brauereigebäude damit flächendeckend dekorieren" - und auch selbst "massiv vor Ort sein".

In der Nacht auf Donnerstag brannten Unbekannte drei Autos ab, die Bremer NPDler gehören. Zeitgleich gingen in Schwachhausen und in Osterholz PKW in Flammen auf. Ein Polizeisprecher sagte, man habe "Schutzmaßnahmen eingeleitet", könne aber "nicht garantieren", dass es in den nächsten Tagen keine weiteren Anschläge geben.

In einem Punkt waren sich Innenbehörde und die NPD-Gegner einig: Der Frage nach einem Verbot der rechtsextremen Partei: "Man sollte das zum Anlass nehmen, festzustellen, dass die NPD eben keine normale Partei ist. Sie setzt offensiv bei der Kultur des Nationalsozialismus an", sagte Schepers. Ähnlich äußerte sich Mäurer: "Ein Verbot wäre ein Segen." Der Einwand, dies scheitere an den V-Leuten sei "eine Gei

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