MARTIN UNFRIED ÜBER ÖKOSEXWARUM EIN KLAUS EIN TOLLER PRÄSIDENTEN-KANDIDAT DER OPPOSITION GEWESEN WÄRE UND EIN NORBERT ERSTAUNLICH WAHRES SAGT

Gibt es die Richtigen bei den Falschen?

Bei euch drüben in Deutschland war ja wieder der Teufel los. Am liebsten wäre ich Leitartikler, da hat man aktuell für zwei Wochen ausgesorgt und kann aus der Hüfte jeden Tag was zusammenmurksen: von „beleidigter Leberwurst“ bis „Verfassungskrise“. Hauptsache bescheuert staatstragend.

Hier nun der definitive Ökosex-Kommentar zum Bundespräsidenten: „In einer Zeit des Umbruchs, in der der bisherigen Wirtschaft- und Finanzpolitik ihre kapitalistische natur- und menschenfeindliche Fratze vom Gesicht fällt, braucht es einen Mann, der wie kein zweiter für die nachhaltige Entwicklung, den Passivhausstandard und die solare Effizienzrevolution steht. Ein Mann wie Klaus Töpfer ist in diesen Schicksalstagen der Richtige. Denn nur Klaus Töpfer vermag es, der Ausredengesellschaft ihre Lebenslügen in Sachen Tempolimit, Klimaflüchtlinge, Benzinsteuer, Kriegseinsätze, Dosenpfand, Waffenhandel etc. um die Ohren zu schlagen.“

Spaß beiseite, Klaus Töpfer wurde, glaube ich, nicht ein einziges Mal genannt! Zeigt deutlich die Nachhaltigkeitsvergessenheit der politischen Strippenzieher. Aber, aber, werden Sie sagen, der Klaus Töpfer war doch bei der CDU, da kann der doch nicht der Ökosex-Kandidat sein. Es ist erstens an der Zeit, hier mal ganz deutlich zu machen, dass man mit so einem Kinderkram nicht weiterkommt. Klaus Töpfer ist schwer okay, obwohl er vielleicht bei den von Ihnen aus gesehen Falschen beheimatet ist. Und überhaupt wäre es zweitens von der Opposition ein toller Schachzug gewesen. Die schlagen Klaus Töpfer von der CDU vor. Wie hätte die Regierung begründet, dass er der Falsche ist, obwohl er zu den Richtigen gehört?

Zum Thema „der Richtige bei den Falschen“ kommt jetzt ein Rätsel: Ich zitiere und Sie müsMARTIN UNFRIED ÜBER ÖKOSEXsen erraten, wer das gesagt hat. „Viel Atomstrom und viel Ökostrom passen als ökonomische Konzepte nicht zusammen.“ Prima. Unterschreibe ich zu 100 %. Ich hab noch einen: „Windkraft und Solarenergie müssen durch flexibel und schnell regelbare fossile Kraftwerke ergänzt werden, nicht durch große Kernkraft-Blöcke.“ Stimmt. Unterschreibe ich ebenfalls. Und noch einen: „Prognosen sagen voraus, dass mit der Minderung der Treibhausgas-Emissionen um vierzig Prozent bis 2020 etwa 500.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.“ Hört, hört! Das ist voll die Ökosex-Linie. Und: „… eine gute Grundlage für die Regierungen, das EU-Klimaschutzziel von bisher minus 20 Prozent auf minus 30 Prozent aufzustocken.“ Absolut richtig!

Sie haben es gemerkt, hier spricht ein solarer Effizienzbär. Wer ist es? Natürlich der amtierende Bundesumweltminister Norbert Röttgen von der CDU. Ja, das ist jetzt für Sie nicht einfach. Aber keine Sorge um das Feindbild: Gott sei Dank gibt es ja noch den Herrn Brüderle. Der behauptete nämlich vor zwei Wochen in Brüssel das Gegenteil: MARTIN UNFRIED ÜBER ÖKOSEX„Europa muss sich mehr Zeit lassen bei der Reduktion von Treibhausgasen. Sollten die EU-Länder erneut den Vorreiter spielen, droht ihnen ein Verlust von Arbeitsplätzen.“

Na, das hört sich doch schon besser an. MARTIN UNFRIED