piwik no script img
taz logo

Archiv-Artikel

Von Schafen und Menschen

Von WLF

Erst das Schaf und dann der Mensch? Nein, niemals, er habe nicht die Absicht, einen Menschen zu klonen, verkündete jahrelang der britische Forscher Ian Wilmut, der federführend an der Erschaffung des ersten Klonschafes, Dolly, beteiligt war. Einen Menschen zu klonen, sei ethisch nicht vertretbar, sagte Wilmut. Jetzt hat der Klonforscher seine Meinung geändert. In dem von ihm mit herausgegebenen Buch After Dolly plädiert er ganz im Gegenteil dafür, dass die an Dolly entwickelte Methode auch bei Menschen angewandt werden müsse. Das einfache Menschenklonen lehnt Wilmut zwar weiterhin ab. Aber wenn man damit verhindern könne, dass Kinder mit schweren Erbkrankheiten geboren werden, zum Beispiel mit der Huntington-Krankheit oder mit Cystischer Fibrose, dann müsse das Klonen erlaubt sein. Für Wilmut besteht sogar die moralische Pflicht, in solchen Fällen die umstrittene Klontechnik einzusetzen. Nach seinen Vorstellungen könnte das so geschehen: Wenn entdeckt wird, dass ein Embryo einen schweren Erbfehler hat, dann könnten von ihm Körperzellen entnommen werden, bei denen anschließend durch einen gentechnischen Eingriff das Erbgut korrigiert wird. Diese Zellen könnten dann genutzt werden, so Wilmut, um einen „gesunden“ Embryo zu klonen, der dann später auch ausgetragen wird. WLFFOTO: AP

taz zahl ich illustration
taz zahl ich

Ihnen liegt die taz am Herzen?

Dann hätten wir eine Bitte: Unterstützen Sie uns mit einem freiwilligen Beitrag! Denn wir sind auf unsere Leser:innen angewiesen, wenn wir taz.de auch weiterhin frei zugänglich halten wollen. Mit nur 5,- Euro sichern Sie unseren Journalismus und die Zukunft der taz – sind Sie dabei?