DER RECHTE RAND WELCHES MITGLIED DIE „PEGIDA“-BEWEGUNG BEGRÜSSEN KANN

Neues Gesicht aus Hamburg

Sie ist in den vergangenen Wochen zu einer der Hauptrednerinnen von „Pegida“ geworden. Vor vier Tagen nun haben die selbsternannten Abendlandsverteidiger öffentlich gemacht, dass Tatjana Festerling nun zu dem Verein gehört, der die vielköpfige „Bewegung“ lenkt. Im ganzen Bundesgebiet ist die Hamburgerin unterwegs.

„Ich war mehrfach in Dresden und Leipzig, in Magdeburg, Hannover und Bonn und erlaube mir den Vergleich“, schreibt sie auf der Webseite der Gruppe „Bragida“, der Braunschweiger Gegner einer angeblichen Islamisierung. Es erfordere „sehr viel mehr Mut, hier im Westen zu einer Pegida-Demo zu gehen, als im Osten!“ Die Gründe? „Aggressive Antifa“ und „Hetze der Politiker und der Medien“.

Dass Lutz Bachmann in die Vereinsführung zurückgekehrt ist, stellt für sie offenbar kein Problem dar. Der gerne als Pegida-Gründer Bezeichnete hatte seinen Vorsitz niedergelegt, nachdem Bilder ihn in Hitler-Aufmachung zeigten und Aussagen bekannt geworden waren, wonach Asylsuchende „Viehzeug“ und „Dreckspack“ seien.

In Hamburg erlangte die AfD-Mitgründerin nach den gewalttätigen Ausschreitungen der „Hooligans gegen Salafisten“ in Köln erstmals größere Bekanntheit: Auf dem Online-Portal „Journalistenwatch“ schrieb sie, die „Eskalation“ zwischen Demonstrierenden und Polizei sei „hausgemacht“ gewesen, um „wie immer und üblich gegen angebliche Nazis, Rechte usw. zu hetzen“. In Hannover und Braunschweig wetterte sie vor Anhängern über Abgeordnete, die Pegida stigmatisierten und als „Schande“ bezeichneten. Auch von „Nazi-Paranoia“ in Politik und Medien sprach sie schon.

Nach den Aussagen zu den Kölner Ausschreitungen wollte die AfD sie loswerden, ein Ausschlussverfahren hat sich aber erledigt: Man trennte sich im Streit. Inzwischen erklärt Festerling, die AfD sei „ein großer politischer Volksbetrug“.

ANDREAS SPEIT ■ arbeitet als freier Journalist und Autor über die rechte Szene nicht nur in Norddeutschland