: Roth (SPD) bleibt dabei: WAA soll Rohstoff für Atombombe liefern
Bonn (dpa) - Die Bundesregierung will sich nach Ansicht des stellvertretenden Vorsitzenden der SPD–Bundestagsfraktion, Wolfgang Roth, die Möglichkeiten für den Bau von Kernwaffen offenhalten. Bei der Vorlage einer Dokumentation erneuerte Roth am Dienstag in Bonn seinen Vorwurf, die Koalition trete nur deshalb für die umstrittene Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf ein. Dort sollen abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken aufgearbeitet werden. Dabei fällt Plutonium an, das auch für den Bau von Atombomben benötigt wird. Die auch von Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber (CDU) vorgebrachte Behauptung, das in der Wackersdorfer Anlage erzeugte Plutonium sei so „schmutzig“, daß es nicht für die Kernwaffenproduktion verwendet werden könne, nannte Roth wissenschaftlich widerlegt. Roth betonte, daß genau zum Zeitpunkt der geplanten Fertigstellung der Wiederaufarbeitungsanlage 1995 der Vertrag zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen auslaufen wird. Der SPD–Politiker sagte weiter, 1974 bei Abschluß des Vertrages seien Unionspolitiker wie Strauß, Wörner, Zimmermann, Kiechle, Dregger und Dollinger dagegen gewesen. Als „schlimmste Stimmungsmache“ hat ein Sprecher der CSU– Landesleitung in München am Dienstag die Behauptungen Roths zurückgewiesen.
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