piwik no script img

CDU will Messel–Fossilien endgültig unter dem Müll begraben

Frankfurt (taz) - Die südhessische Fossilien–Fundstätte Grube Messel droht nun doch bald unter Müll zu verschwinden. Auf dem Weg zur Mülldeponie Grube Messel hat sich die neue hessische Landesregierung jetzt ein Hindernis selbst aus dem Weg geräumt. Die CDU/FDP–Regierung zog einen von Ex–Umweltminister Joschka Fischer (die Grünen) beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel gestellten Antrag auf Aufhebung des Sofortvollzugs für die Grube kurz vor der erwarteten Urteilsverkündung zurück. Gleichzeitig wurde der bisherige Prozeßbevollmächtigte, ein von der Vor–Regierung ernannter Sachverständiger, von seinen Aufgaben entbunden. Als Begründung für diese Maßnahmen führte die Landesregierung aus, daß die rasche Inbetriebnahme der Grube „unabdingbar notwendig“ sei. Damit habe sich diese Landesregierung „ohne Not ein rechtliches Instrument selbst aus der Hand geschlagen“, mit dessen Hilfe ein verbesserter Grabungsschutz für die Paläontologen hätte erreicht werden können, meinte der Landtagsabgeordenete der Grünen, Chris Boppel in einer ersten Stellungnahme: „Unter Federführung von Umweltminister Weimar will die Landesregierung die Grube Messel nach dem bisherigen Planfeststellungsbeschluß verfüllen lassen. Damit wird der weitaus größte Teil der paläontologisch wertvollen Grubenbereiche endgültig unter dem Wohlstandsmüll verschwinden.“ kpk

Mit reinem Gewissen wissen

Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen