: Beutepolitik
■ Der Zoo verhindert die Wiedereröffnung des Uferwegs am Landwehrkanal
Beutepolitik
Der Zoo verhindert die Wiedereröffnung des Uferwegs am Landwehrkanal
Das Schild bittet um Verständnis, den Bürger beschleicht die Vorfreude: „Der Uferweg wird umgestaltet und dadurch viel schöner“. Nur einen Fehler hat die Sache. Schon seit der „zweiten Hälfte April“ sollte der Spaziergänger wieder den Landwehrkanal im Tiergarten, direkt hinter dem Gelände des Zoos, entlangwandeln können. Ist aber nicht. Denn das eiserne Tor ist auch Ende Mai immmer noch verrammelt.
Hintergrund des geschlossenen Uferwegs ist ein Streit zwischen dem Bezirksamt Tiergarten und der flächenhungrigen Zoo-Leitung. Dem Zoologischen Garten war nach massiver Intervention des Finanzsenators Rexrodt (FDP) und tatkräftiger Hilfe der Lotto-Stiftung ein Erweiterungsgelände in Richtung Kanal zugeschlagen worden, zu dem auch ein Brückenschlag ins ehemalige Diplomatenviertel an der anderen Kanalseite gehört. Nur entschiedener Widerstand des Bezirksamts Tiergarten verhinderte, daß der Zoo auch den Uferweg einsackte. Zugemacht aber wurde er trotzdem - bis zum Abschluß der Erweiterungsbauten, hieß die Vereinbarung.
Die Bauarbeiten sind zu Ende, der Weg aber bleibt zu. Zwar gehört der Uferweg dem Bezirk, aber der Zoo rückt das Faustpfand einfach nicht raus. Die vom Zoo angebotenen Öffnungszeiten seien nicht akzeptabel gewesen, erläutert der Leiter des Tiergartener Gartenbauamts, Dr. Albrecht. Denn statt einer uneingeschränkten Nutzung des Durchgangsweges sollten die Tore nach dem Willen des Zoos bereits am frühen Nachmittag geschlossen werden.
Von der Direktion des Zoologischen Gartens war keine Auskunft zu erhalten, wann der Weg wieder geöffnet wird.taz
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 90 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen