piwik no script img

D I E P G E N , W I E E R L E I B T U N D ( K ) L E B T

Der Regierende persönlich hat mir eine geklebt, nein, anders herum, ich soll kleben, und nicht ihm eine, was ja ganz spaßig sein könnte, schreibt er dazu noch, daß es wieder Spaß mache, bei uns (wo?) zu leben;

und so soll ich also meinen Lebensspaß damit kundtun, daß ich B E R L I N fünffarbig irgendwo anpappe?

Wozu dieser spendierte Sticker? Die Antwort findet sich auf der Rückseite, in wahrhaft bürgermeisterlichen Worten: „Hier (da!) findet man buntes Treiben„, doch wohl vor allem bunte Aufkleber, „Abwechslungsreiches und Neues entsteht hier„, als ob Aufkleber nicht schon lange out wären, „Und man kann sich auch geborgen fühlen„.

Geklebt, nein geleimt fühlt man sich doch eher, mit diesen Auf- und Anklebsdingens. „Wir Berliner haben jede Menge Ideen„, und viel zu viel Aufkleber, „Wir sind stolz auf unser Berlin und zeigen es auch.„

Dazu fällt mir leider nur der Aufhänger ein, auf dem martialisch aussehende junge Männer ihren Nationalstolz kundtun, deshalb steht das mit dem Stolz wohl auf der Rückseite.

Jürgen Witte

Mit reinem Gewissen wissen

Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen