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Weibl. Streitunkultur

■ Knatsch bei Bremer SPD-Frauen

Ein besonderes Verhältnis zur Presse und ihren Parteischwestern haben drei SPD-FrauenpolitikerInnen aus dem Unterbezirk Ost. Kaum waren sie von ihren Ämtern im Vorstand der „Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen“ (ASF) in jenem Unterbezirk zurückgetreten, da fragte eine von ihnen auch schon erwartungsvoll bei der taz an, ob ihre begründende Presse-Erklärung denn schon eingegangen sei. Gestern nun steckte das angekündigte kurze Schreiben im taz -Briefkasten und enthüllte, warum die 1. Vorsitzende, Ruth Fink, ihr Amt bei den sozialdemokratischen Frauen zurückgegeben hat: Weil „Profilierungssüchte einzelner und damit zusammenhängender Mangel an politischer Kultur ihr die Arbeit innerhalb der ASF zunehmend erschwert und unmöglich gemacht haben.“

Der Rest ist Schweigen. Denn weder Ruth Fink, die diese schweren Vorwürfe gegen ihre Partei-Schwestern erhebt, noch Waltraud Brüggemeier, die als Beisitzerin aus „Solidarität“ ebenfalls ihren Hut nahm und sich voreilig nach der Ankunft der Presse-Erklärung bei der taz telefonisch erkundigt hatte, wollten gestern ihren Schritt näher erläutern. Auch die dritte Zurückgetretene, die an der Presse-Erklärung mitgewirkt hatte, Margarete Malitz-Brodowsky, übte sich plötzlich in Zurückhaltung: „Es entspricht dem Selbstverständnis der Partei, eine Mitgliederversammlung abzuwarten, bevor man an die Presse geht.“

Die Landesvorsitzende der ASF, Jutta Kellmann-Hoppensack, zeigt sich enttäuscht und irritiert von den drei Genossinnen aus dem UB-Ost: „Ich hatte mich persönlich um einen Kompromiß bemüht und gehofft, wir könnten eine weibliche Streitkultur entwickeln. Es gibt da so schöne Bücher drüber.“

B.D.

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