: Kurt Rebmann jagt Markus Wolf
Düsseldorf (AP/taz)- Generalbundesanwalt Kurt Rebmann hat dem ehemaligen Chef des DDR-Geheimdienstes, Markus Wolf, mit Strafverfolgung gedroht, sobald er das Bundesgebiet betritt. Das berichtete der Claassen-Verlag in Düsseldorf, bei dem Wolfs Buch „Troika“ erschienen ist.
Gegen Markus Wolf besteht ein Haftbefehl wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit. Als Chef der Spionageabteilung im Ministerium für Staatssicherheit befehligte Wolf 30 Jahre lang 2.000 „Kundschafter an der unsichtbaren Front“. Sein größter Coup gelang ihm mit dem Kanzleramtsspion Günter Guilleaume, der Willi Brandt zu Fall brachte.
Wie aus dem Claassen-Verlag verlautete, habe Geschäftsführer Hero Kind bei Bundeskanzler Kohl angefragt, ob es möglich sei, daß Wolf zu einer Präsentation seines Buches in die Bundesrepublik reisen könne. Kohl habe darauf nicht konkret geantwortet, so daß sich der Geschäftsführer an den Generalbundesanwalt mit der Frage gewandt habe, ob Wolf für eine Pressekonferenz in der Bundesrepublik „sozusagen freies Geleit“ erhalte. Nach einiger Zeit sei ein Schreiben Rebmanns eingegangen, in dem er angekündigt habe: „Sollte der Beschuldigte hier einreisen, werde ich - dem Legalitätsprinzip entsprechend die zur Sicherstellung des staatlichen Strafanspruchs gebotenen strafprozessualen Maßnahmen veranlassen.“
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