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Stasi-Opfer in Waldheim gequält

Berlin/Leipzig (dpa) - In der Nervenklinik Waldheim bei Leipzig sind nicht nur Patienten, sondern auch von der ehemaligen DDR-Staatssicherheit „zugeführte Personen“ mißhandelt worden.

Neben einer Isolationsfolter seien sie „quälenden, stundenlangen Verhören unterzogen“ worden, sagte die Ärztin für Psychiatrie und Neurologie, Sonja Schröter, in der 'Jungen Welt‘ vom Donnerstag. Die Ärztin war Mitglied einer Expertenkommission, die die Zustände in Waldheim untersucht hat. „Isolierung im Bunker bedeutete, tagelang nackt in eine dunkle Zelle gesperrt zu werden, ohne Waschbecken und Toilette, mit teilweise eingeschränktem Essen“, sagte die Medizinerin. Auf diese Weise seien auch Patienten bestraft worden. Zu Hirnoperationen und Sterilisationen an Patienten sagte sie, diese seien „aus therapeutischer Hilflosigkeit angeregt“ worden. Die Operationen hätten in Leipzig oder Karl-Marx-Stadt stattgefunden. Für die Sterilisationen hätten Freiwilligkeitserklärungen vorgelegen, die aber anzuzweifeln seien.

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