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CDU triumphiert auch in Berlin

■ Vernichtende Niederlage für SPD und Alternative Liste/ Diepgen spricht bereits von großer Koalition/ PDS bei sicheren neun Prozent in Gesamt-Berlin / FDP auch wieder drin

Berlin (dpa/adn/taz) — Die Berliner CDU hat den Erfolg Kanzler Kohls komplett gemacht: Außer im Bund wurde die Partei mit Eberhard Diepgen an der Spitze auch in Berlin stärkste Fraktion. Nach Hochrechnungen erreichte die CDU in Ost und West zusammen fast 40 Prozent der Stimmen. Die negative Sensation für Berlin ist das Abschneiden der SPD. Der bisherige Regierende Bürgermeister Walter Momper erreichte nur etwa 31 Prozent — ein Verlust gegenüber den Westberliner Wahlen von 1989 um rund sieben Prozentpunkte.

Für die Grünen/AL bleibt es bei einer Zitterpartie. Für sie wurden fünf Prozent errechnet. Das Bündnis 90/Grüne, das im Osten der Stadt antrat, wird auf Grund des getrennten Wahlgebietes in Ost und West im Landesparlament vertreten sein, wenngleich ihr Gesamtergebnis nur auf 4,0 Prozent errechnet wurde. Für das gesamte Stadtgebiet gehen die Hochrechnungen von 4 Prozent aus, Grüne/Bündnis 90 werden aber wahrscheinlich ins Abgeordnetenhaus kommen, da sie in der jeweiligen Stadthälfte auf über 5 Prozent gekommen sind.

Die FDP zieht nach der Hochrechnung mit acht Prozent in das Abgeordnetenhaus ein. Für die PDS wurden knapp 10 Prozent für Gesamt-Berlin errechnet. Die bisher im Westberliner Abgeordnetenhaus vertretenen rechtsradikalen Republikaner blieben bedeutungslos.

In einer ersten Stellungnahme schob Momper der AL die Schuld für die Niederlage in die Schuhe. Die Alternativen hätten gezeigt, daß sie nicht regierungsfähig seien, und dies hätte der Wähler entsprechend sanktioniert. Seit der Räumung der Mainzer Straße seien die Umfrageergebnisse für SPD und AL/Bündnis 90 insgesamt stark zurückgegangen. Diepgen meldete dagegen gleich seinen Anspruch auf die Regierungsbildung an, sprach aber von der Wahrscheinlichkeit einer großen Koalition. Davon war vor der Wahl auch die SPD ausgegangen, allerdings noch unter ihrer Führung.

Jubel herrschte außer bei der CDU noch bei der PDS. Sie kam im Ostteil der Stadt auf satte 20 Prozent und erreichte insgesamt knapp 10 Prozent der Stimmen in Gesamt-Berlin. Jubel auch bei der FDP, die nach ihrem Ausstieg bei den letzten Westberliner Wahlen nun wieder mit satten 8 Prozent im Abgeordnetenhaus vertreten sein wird. SEITEN 2, 3 UND 21

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