: Cottbusser Lehrer müssen wegen Stasi-Vergangenheit gehen
Cottbus (adn) — Zehn an Cottbusser Schulen im Frühjahr eingestellte Lehrer, die ehemals hauptamtliche Mitarbeiter der Stasi waren, können nicht im praktischen Schuldienst verbleiben. Das erklärte der Cottbusser Bildungsdezernent Bernhard Neisener in einem Pressegespräch. Nach seinen Worten wäre es ein historischer Fehler, wenn nicht eine konsequente Trennung — auch mit personellen Konsequenzen — vollzogen würde. Das sei man jenen Menschen schuldig, die die politischen Veränderungen herbeigeführt haben, sagte der Dezernent. Den betreffenden Lehrern werde zum 31. Mai 1991 gekündigt. Neisener sprach sich dafür aus, sie nicht ins soziale Abseits zu stellen, sondern nach rechtsstaatlichen und menschlichen Prinzipien zu verfahren.
Alle Cottbusser Schulen hätten Schreiben erhalten, in denen die Direktoren und deren Stellvertreter zu einer entsprechenden Erklärung aufgefordert werden. Genau getrennt werde bei der Überprüfung zwischen jenen, die zu Auskünften „dienstverpflichtet“ waren und jenen, die zum eigenen Vorteil für die Staatssicherheit gearbeitet haben.
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