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Die „Tauben“ in Israels Opposition erneuern ihre Friedensinitiative

 ■ Aus Tel Aviv Amos Wollin

Die Minderheit in Israels oppositioneller Arbeiterpartei, die die nationalen Rechte der Palästinenser prinzipiell anerkennt, will zusammen mit linken und liberalen Kreisen — darunter auch die Friedensorganisation „Peace Now“ — für September dieses Jahres eine große Friedenskonferenz organisieren. Während Parteichef Schimon Peres weiterhin von einer „jordanisch-palästinensischen Lösung“ spricht, wollen die „Tauben“ in der Arbeiterpartei damit nun in die Offensive gehen.

So erklärte Knessetmitglied Jossi Beilin gestern, daß zwar im Grunde eine Mehrheit der Führer in der Arbeiterpartei davon überzeugt sind, daß es ohne die Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts für die Palästinenser keine Lösung des Problems gibt; sie fürchten jedoch, daß die israelische Bevölkerung diese Wahrheit nicht akzeptieren würde und verwenden deshalb Formeln, an die sie selbst nicht glauben, etwa: „eine palästinensische Formation, die kein Staat sein darf“, und ähnliches. „Es ist an der Zeit“, so der Parlamentarier der Arbeiterpartei, „daß wir mit echten Formeln an die Öffentlichkeit treten, von denen wir auch überzeugt sind.“ Doch auch in den diplomatischen Formulierungen des vorläufigen Programms für die anvisierte Friedenskonferenz ist von einem eigenen palästinensichen Staat nicht die Rede.

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