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Schaben und Lügen

KOMMENTAR

Schaben und Lügen

Es war empörend, wie sich der Abgesandte der Schädlingsbekämpfungsfirma Rentokil vor Mietern der Grindelhochhäuser in Verharmlosungen und Ausflüchten erging. Es schien, als sei ihm die Ausrede mit dem „Inspektionsspray“ erst kürzlich eingefallen, denn früher war davon nie die Rede. Die Bewohner der Grindelhochhäuser hatten auf all ihre Fragen nie richtige Antworten erhalten. So wurde es für sie am Dienstag leicht, den Rentokil- Vertreter zu überführen. Hätte er die Wahrheit gesagt, wären die Kakerlakenbekämpfer mit ihrem angeblich kurzlebigen Inspektionspräparat noch ein zweites Mal in den Wohnungen aufgetaucht. Das aber ist zumindest nach Aussagen der Mieter nie geschehen - und auf die muß man sich verlassen, da die Firma nach eigenen Angaben die Einsätze nicht genau protokolliert hatte.

Bleibt zu fordern, daß solchen dubiosen Praktiken das Handwerk gelegt wird, zumal die Auswirkungen der Insektengifte auf die menschliche Gesundheit noch nicht ausreichend untersucht sind. Zudem muß schnell geklärt werden, wie und von wem die Empfehlung des Bundesgesundheitsamtes umgesetzt wird, damit die betreffenden Wohnungen dekontaminiert werden können.

Bis dahin verlassen die Betroffenen solche Veranstaltungen wie am Dienstag mit verständlicher Wut und fühlen sich, um das falsche Wort an der richtigen Stelle

zu gebrauchen, schlicht verarscht. Vera Stadie

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