Was wir heute für Deniz tun können

#Korso4Deniz und mehr

In ganz Deutschland demonstrieren, twittern und trööööten Menschen für Deniz Yücel. Ein Überblick über die Protestaktionen am heutigen Dienstag.

Februar 2017: In Berlin Mitte übernimmt der erste Autokorso für die Freilassung von Deniz Yücel die Straße Bild: rtr

Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will? Nicht, wenn es um Deniz Yücel geht. Für ihn fahren die Menschen in Autokorsos durch die Bundesrepublik. Sie verlangen von der türkischen Regierung, ihn sofort freizulassen. Gegen die Entscheidung, den Türkei-Korrespondenten der Welt in U-Haft zu sperren, treffen sich Protestierer*innen am heutigen Dienstag in den meisten deutschen Städten und im Internet.

Die Facebook-Page FreeDeniz organisiert den sogenannten Korso4Deniz in Frankfurt, Wien, Hannover, Hamburg, Zürich, Berlin, München, Köln, Bremen, Leipzig und Bielefeld. Mitfahrer*innen treffen sich zwischen 16 und 17 Uhr, die genauen Zeiten und Startpunkte sind hier aufgelistet.

Der Berliner Autokorso endet vor der türkischen Botschaft in der Tiergartenstraße. Dort hat der Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu ab 17 Uhr eine Kundgebung angemeldet. „Pressefreiheit ist ein hohes Gut und Grundpfeiler der Demokratie. Das muss auch Ankara verstehen“, kommentierte Mutlu gegenüber der taz. Der „politische und öffentliche Druck“ sei nötig, meinte der Grüne.

Online-Petition und Aktionskunst

In den letzten Tagen haben Künstler*innen Bilder an die Wand der Botschaft projiziert. Die Licht-Kunstwerke zeigen Erdogan als Queen, Angela Merkel mit dem Kopf von Yücel und eine türkische Version des Reichsadlers.

Deniz Yücels Kolleg*innen vom Springer-Verlag nutzen die Anzeigetafel auf ihrem Dach, um für #FreeDeniz zu werben. Die Online-Petition freedeniz.de sammelt weiter Unterstützer*innen. Unter Artikel 19 der UN-Menschenrechtserklärung, der das Recht auf freie Meinungsäußerungen enthält, stehen einige prominente Unterschriften, etwa die von  Anne Will und Jan Josef Liefers. Auch Redakteur*innen der taz haben die Petition unterschrieben.

Die Twitter-Nutzerin @kampsabine postet dieses Foto eines Graffitis. Mit roter Farbe hat jemand „Free Deniz“ an eine Wand gemalt und darunter „Freiheit für alle politischen Gefangenen“ geschrieben. Die Nutzerin, die das Bild postet, ergänzt es mit einem Imperativ: „Schreibt es an jede Wand, klebt es an Fenster, Autotüren…“ Viele können heute sagen: Ja, machen wir. Oder, wie es Autokorso-Experte Deniz Yücel einst formulierte: „Trööööt!“ (taz)