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Stefan Waldberg-betr.: Leserbrief von Hans Branscheidt (medico international), taz vom 30.1.93

betr.: Leserbrief von Hans Branscheidt (medico international), taz vom 30.1.93

Hans Branscheid fragt, was wohl die Zeitungen bewogen haben könnte, die von ihm behauptete Auslieferung Stephan Waldbergs durch die Demokratische Partei Kurdistans-Irak an die Behörden der Türkei nicht der Mühe einer Berichterstattung wert zu finden. Könnte es nicht sein, daß die deutschen Medien – mit wenigen Ausnahmen – die Lüge, die hinter Branscheidts Behauptung steckt, durchschaut haben? [...]

Die Demokratische Partei Kurdistans-Irak und das Büro der irakischen Kurden in Deutschland haben bereits Anfang November 1992 klargestellt, daß weder die Institutionen der Demokratischen Partei noch die Behörden der kurdischen Landesregierung im Irak mit der Verhaftung Stephan Waldbergs nach seinem Grenzübertritt vom irakischen Kurdistan in die Türkei etwas zu tun haben. Stephan Waldberg hat seinen Grenzübertritt in eigener Regie und eigener Verantwortung – und im übrigen von unserer Seite aus erst im Nachhinein registriert – arrangiert. Seine Verhaftung erfolgte durch türkische Behörden offensichtlich aus eigener Erkenntnis.

Jenen, die solchen Erklärungen beschuldigter Parteien prinzipiell nicht Glauben schenken mögen, sollte zu denken geben, daß die kurdischen Behörden und die verantwortlichen Politiker Masud Barzani und Jalal Talabani es im November und danach trotz enormen türkischen Drucks strikt abgelehnt haben, auch nur einen gefangenen PKK-Angehörigen an die Türkei auszuliefern, wie dies verlangt worden war, und dies bei Inkaufnahme möglicher gravierender türkischer Reaktionen (immerhin kontrolliert die Türkei die einzige Zugangsstraße in das freie irakische Kurdistan) – man lese dies in unserer Pressemitteilung vom 14.November 1992 nach. Warum sollten sie dann mit einem belanglosen freien Mitarbeiter der Alternativszene aus Deutschland so wie behauptet verfahren [...]? Dilshad Barzani, Büro der

irakischen Kurden in Bonn

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