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■ Press-Schlag„Negerchöre“

Sein Vorgänger im Amt war so dumm, als Olympiamanager Reklame für Jacketts von der Stange zu machen (Firma „Windsor“). Das plus einiger anderer Skandale kostete ihn den Job als Trommler für Berlin 2000. Mit Axel Nawrocki, dem aktuellen Berliner Olympiachef, würde ganz bestimmt kein Konfektionär werben wollen. Erstens ist der einstige Treuhand-Mann so attraktiv wie ein Eimer, zweitens ein Meister des geistigen Tiefflugs.

Das hat Nawrocki erst am Sonntag abend im ARD- Fernsehen („Kulturreport“) wieder bewiesen. Da ging es um die Absicht der Olympia GmbH und des Senats, die „Jahrtausendspiele“ auf dem Nazi-Olympiagelände von 1936 stattfinden zu lassen – also am „unmöglichsten aller Plätze“, wie die ARD-Autoren zu Recht meinten. Der Beitrag handelte auch die Versuche der Olympia GmbH und ihres Kulturbeauftragten Hilmar Hoffmann ab, die fatale Entscheidung für das Nazi-Stadion abzupuffern – von der Verhüllung von Breker-Statuen mit Cellophan, dem olympischen Fackellauf über Theresienstadt bis zur thematischen „Rückbesinnung“ auf die „vier Elemente“ Feuer, Wasser, Luft und Erde im vorolympischen Kulturprogramm.

Olympia-Manager Nawrocki machte einen eigenen Vorschlag. Für die Eröffnungsfeier stelle er sich ein multikulturelles Spektakel mit „fantastischen Negerchören“, Balalaika-Spielern aus Russland und vielen Chinesen vor. „Neger“ – so wurde der schwarze US-Goldmedaillensammler Jesse Owens im Jahre 1936 von den Nazis „rassisch“ eingeordnet. kotte

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