: Stunde Null der Gewerkschaft
■ „50 Jahre DGB“ – Ausstellungseröffnung im Gewerkschaftshaus
Den Fußboden zieren eingeätzte Zitate – unter anderem von Rosa Luxemburg, Karl Marx und August Bebel. Die isometrisch angeordneten Bodenplatten aus Asphalt und Metall, die teilweise dem Rost überlassen wurden, stellen die erste Ebene der – begehbaren – Ausstellung „50 Jahre DGB – Neugründung der Gewerkschaften in Bremen“ dar, die ab heute im Gewerkschaftshaus zu sehen ist.
Über dem „Boden der Geschichte“ sind als zweite Ebene im Raum angebrachte Schautafeln zu sehen, die speziell auf die ersten fünf Jahre der Bremer Gewerkschaftsentwicklung nach deren Neugründung im Jahr 1946 eingehen – von der Zerstörung weiter Teile der Stadt über die Militärregierung der alliierten Besatzungsmacht USA und der angestrebten Entnazifizierung, bis hin zum Engagement von Frauen und Jugendlichen in den Gewerkschaften. In Zusammenarbeit mit dem Dozenten Adolf Brock von der Akademie für Arbeit und Politik sowie der Praktikantin Tine Bludau hat der beim DGB für Kultur zuständige Referent Manfred Weule eine Ausstellung konzipiert, „die sich sowohl an Gewerkschaftler im weitesten Sinne, als auch an regionalgeschichtlich interessierte Bremer richtet“, so die Ausstellungsmacher.
„Wir sind von einer Aufnahmekapazität von rund einer Stunde ausgegangen“, erläutert Weule. Daß die im Raum aufgestellten, verwinkelten Bild- und Texttafeln von allen Seiten aus zugänglich sind, soll – in Kombination mit den Epochenzitaten auf dem Boden – „ständig die Perspektive verändern und auch Widersprüche rausarbeiten“, erläutert das Ausstellungsteam.
Thematisch beinhaltet die Ausstellung sowohl die Weimarer Republik als auch die Phase der Gewerkschaftsneugründungen, die bis in die Anfänge der fünfziger Jahre reicht. Da nach dem Baukastenprinzip verfahren wurde, ist alles leicht auf- und abbaubar. Das kommt der Wanderausstellung zugute, die im Anschluß an die Präsentation im Bremer Gewerkschaftshaus für rund vier Wochen in der Akademie für Arbeit und Politik am Barkhof zu sehen sein wird. bez
Bis zum 10. September von Mo.-Fr., 8.30 bis 18 Uhr, am Wochenende nach Absprache, Bahnhofsplatz 22-28. Der Eintritt ist frei.
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