: Lokalkoloratur
Zu Weihnachten wird im Katalog des Hamburger Versandhaus-Chefs Michael Otto folgendes zu finden sein: handgewebte Tischdecken aus Indien, Weihnachtssterne aus Muschelglas von den Philippinen und derlei politisch korrekte Geschenke mehr. Denn Otto arbeitet künftig mit Dritte-Welt-Gruppen zusammen, nämlich mit der „Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH“, kurz gepa. Das Ergebnis: Fairgehandeltes für zwei Katalogseiten, 200.000 Mark einkalkulierter Umsatz für Otto und hoffentlich auch ein politisches Bewußtsein seitens der BestellerInnen. Denn bisher, verkündete gestern ein Firmensprecher, nähmen „die Kunden die entwicklungspolitische Komponente Ottos allenfalls als Zusatznutzen wahr“. Was nicht tragisch sei, denn „eine umwelt- und sozialverträgliche Handelstätigkeit“könne kein Unternehmen allein lösen. Der Otto-Katalog auf grauem Recycling-Papier wird also noch auf sich warten lassen. juw
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen