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Telekom korrigiert Gewinnerwartung nach unten

■ Vorläufige Bilanz schlechter als erwartet. Gewinne vor allem beim Telefonieren im Inland, Verluste bei Geräteverkauf oder Telefonzellen. Zahl der Beschäftigten schrumpft weiter

Berlin (taz) – Gestern hat die Deutsche Telekom AG ihre vorläufigen Zahlen für das vergangene Jahr veröffentlicht. Der Konzerngewinn stieg um 84 Prozent auf eigentlich respektable 3,3 Milliarden Mark nach Steuern. Vor Steuern lag der Überschuß sogar bei 7,5 Milliarden Mark – obwohl die Schulden um 12 Milliarden Mark auf rund 86 Milliarden Mark reduziert wurden.

Trotzdem blieb die T-Aktie gestern an der Börse bei 31,20 Mark hängen. Denn die Telekom hatte eigentlich fünf Milliarden Mark Gewinn nach Steuern versprochen. „Wir wundern uns darüber nicht“, sagte gestern Herbert Hansen von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre. „Die Telekom ist bei ihrem Börsengang mit zu großen Erwartungen aufgetreten. Die waren nicht zu erfüllen.“ Laut Hansen gibt es noch einige hausgemachte Telekom-Probleme wie die Altersversorgung für die ehemaligen Postbeamten und „mangelnde Effizienz“. Trotz einer Umsatzsteigerung von 6,5 Prozent auf rund 67 Milliarden Mark sank die Zahl der Beschäftigten im vergangenen Jahr allerdings um 10.000 auf 191.000 volle Stellen. Zum Jahr 2000 sollen noch 170.000 übrigbleiben.

Im Inland lief das Telekom-Geschäft durchaus gut. Die Zahl der Verbindungsminuten stieg um neun Prozent auf 175 Milliarden. Verluste kamen aber aus Beteiligungen und dem Auslandsgeschäft. Auch der Gewinn im Mobilfunk blieb mit einer Milliarde Mark hinter den Erwartungen zurück. Hier schlug nach Angaben eines Telekom-Sprechers vor allem die Krise in Südostasien zu Buche. Für ihre Beteiligungen an dortigen Mobilfunk-Unternehmen hat die Telekom höhere Rückstellungen auf die passive Seite der Bilanz gebucht als vorgesehen.

Bei Material und Endgeräteverkauf muß die Telekom noch lernen: Der Verlust auf diesem Gebiet lag bei 500 Millionen Mark. Telefonzellen und die Auskunft brachten 900 Millionen Mark Miese. rem

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