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Die Einsamkeit der Krokodile

D 2000, Regie: Jobst Oetzmann; mit Janek Rieke, Thomas Schmauser, Julia Jäger u. a.; 96 Min.

Skurriles Drama um eine Spurensuche in der deutschen Provinz nach dem Roman von Dirk Kurbjuweit: Günther, der sensibel-schüchterne Sohn eines rüden Dorfmetzgers, ist das öde Leben zwischen glänzend-fetten Schweinehälften und westfälisch-herben Dickschädeln und die strenge Erziehung seiner Mutter endgültig leid. Der musisch hoch begabte Bursche nimmt sich das Leben. So jedenfalls steht es im Polizeibericht, doch Elias (Janek Rieke aus „Härtetest“), einem Hamburger Journalisten und Cousin des vermeintlichen Selbstmörders, kommt die Sache nicht ganz geheuer vor. Also reist er in die kleine westfälische Gemeinde, um in der Angelegenheit eingehend zu recherchieren. Dort trifft er auf etliche unfreundliche Menschen. Er stößt als Fremder nicht nur auf eine eisige Mauer des Schweigens - in einer Gaststätte wird er von einigen jungen Männern sogar körperlich bedroht. Nur die Kneipenwirtin (Julia Jäger) findet Gefallen an dem Journalisten, wobei das Interesse der allein stehenden jungen Frau sich zu allererst auf das körperliche Potenzial des Gastes zu beschränken scheint. Dann taucht plötzlich die dunkelhäutige Amerikanerin Mary im Dorf auf und erzählt Elias, dass sie ein ganz besonderes Verhältnis zu Günther gehabt hat ... Melancholie, lakonischer Humor und seltsame Gestalten. Ein großer kleiner deutscher Film.

Filmkunst 66, Rollberg, CinemaxX Colosseum, Kino in der Kulturbrauerei

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