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Lokalkoloratur

Regierungssprecher ist ein harter und frustrierender Job. Stellvertretender Regie-rungssprecher erst recht. Da bemüht man sich, rot-grüne Senatspolitik, die bekanntlich durchgehend vorbildlich ist, der Presse mundgerecht zu servieren, und die erscheint nicht einmal bei Tisch. Grund für den stellvertretenden Senatssprecher Rainer Scheppelmann, ein Brandfax „an die Hamburger Redaktionen“ zu schicken. Tatort: Hamburger Rathaus, Montag, 13.45 Uhr, Raum 151. Karin Roth ist da, sie hat die griechische EU-Kommissarin Anna Diamantopoulou und den Staatssekretär Werner Tegtmeyer mitgebracht, um den JournalistInnen die einmalige Chance zu geben, wie Scheppelmann schreibt, „aus dem Mund der EU-Kommissarin höchstes Lob für die Hamburger Arbeitsmarktpolitik zu hören“. Und ab jetzt nur noch O-Ton Senatspressestelle: „Allerdings war außer Erika Krauss (Mopo-Foto-Institution, die Red.) und einem ddp-Fotografen nur Veit Ruppersberg vom Hamburger Abendblatt anwesend. Sein aus lokalpatriotischer Verantwortung rührender Fragefleiß bewahrte die Veranstaltung vor der völligen Peinlichkeit. Ich habe mich für meine Stadt geschämt, und ich nehme an, Sie teilen meine Gefühle.“ Wir teilen. Hätten wir geahnt, dass wir „höchstes Lob für die Hamburger Arbeitsmarktpolitik“ aufnehmen dürfen, wären wir selbstverständlich gekommen. Da ist uns ein echter journalistischer Knaller, im Fachjargon ein scoop, entgangen. Aber die Redaktion war zur fraglichen Zeit leider damit beschäftigt, ihre tägliche fünfstündige Caipirinha-Sause (12-17 Uhr) durchzuziehen. Man muss in diesem Job zuweilen Prioritäten setzen. aha

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