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Ab 2002: Heroin für Abhängige

BONN dpa ■ Nach langem Streit wird es in Deutschland Heroin für Schwerstabhängige geben. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat für das bundesweite Modellprojekt grünes Licht gegeben, wie ein Institutssprecher gestern mitteilte. Voraussichtlich von Anfang 2002 an sollen Drogenabhängige in Hamburg, Hannover, Köln, Frankfurt, Karlsruhe, München und Bonn kontrolliert Heroin erhalten.

Erreicht werden sollen Schwerstabhängige, die von bisherigen Hilfsangeboten nicht profitieren konnten. Bund, Länder und Kommunen wollen bei diesem Projekt zusammenarbeiten. Ein entsprechender Kooperationsvertrag war am Mittwoch unterschriftsreif. Durch eine wissenschaftliche Studie der Universität Hamburg soll geprüft werden, ob sich durch eine kontrollierte Behandlung dieser Menschen mit Heroin deren gesundheitliche Situation, soziale Lage und therapeutische Chancen bessern.

Mehr als 1.000 Drogenabhängige sollen in das Modellprojekt „Heroingestützte Behandlung Opiatabhängiger“ integriert werden. Von ihnen soll eine Gruppe Heroin, die andere Gruppe die Ersatzdroge Methadon erhalten. Beide Patientengruppen werden psychosozial betreut. Das Projekt soll über drei Jahre laufen, die Auswahl der Teilnehmer von Herbst an beginnen.

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