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Bräute des Lichts: Birgittinnen begehen Luzienfest

Sie bringen das Licht in einer dunklen Zeit: Die Luzienbräute sind so geheimnisvolle wie schöne Geschöpfe, die alljährlich zur selben Zeit in Erscheinung treten – dann, wenn die Tage am kürzesten und die Nächte am längsten sind. Auch Bremer können dann Unterstützung gebrauchen. Und so besuchten jetzt die Kinder des Lichts die kleine Kirche der St.-Thomas-Gemeinde in Bremen: die Luciabraut mit einer Lichterkrone vorneweg, dahinter die Lucienmädchen in weißen Kleidern und mit den brennenden Kerzen in den Händen.

Hinter der Inszenierung steckten die katholischen Nonnen des Birgittenordens in Blockdiek. Namensgeberin des Ordens ist Birgitta von Schweden. Und da schließt sich der Kreis: Das Luzienfest ist in Schweden populär als Mitt-Winternacht begangen. Pikanterie am Rande: Das Luzienbrauchtum im protestantischen Norden galt ursprünglich als der Versuch, den Heiligen Nikolaus als Gabenbringer auszustechen.

Die Heilige Lucia aber war Sizilianerin. Im dritten Jahrhundert nach Christus versorgte sie Gefangene in den Katakomben mit Essen, geleitet nur vom Schein ihrer Lichterkrone. Der rote Gürtel ums weiße Kleid der Luzienbräute erinnert daran, dass Kaiser Diokletian die Christin wegen ihres Glaubens mit dem Schwert enthaupten ließ. In Italien ist Santa Lucia höchst immer noch höchst populär.

Sabine Brandt / Foto: M. Jungblut

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