Italiens Ministerpräsident Mario Monti will unter dem Druck von Silvio Berlusconi zurücktreten. Bei den Wahlen ist aber der Linke Bersani der Favorit.von Michael Braun

Super Mario: Italiens parteiloser Ministerpräsident Monti will sein Amt aufgeben. Bild: reuters
ROM taz | Italiens Ministerpräsident Mario Monti steht vor dem Rücktritt. Unmittelbar nach der Verabschiedung des Staatshaushaltes 2013, so erklärte Monti am Samstagabend, werde er das Amt niederlegen und den Weg für vorgezogene Neuwahlen im Februar freimachen.
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Monti zog damit die Konsequenz daraus, dass Silvio Berlusconi in den Vortagen eine Offensive gegen seine Regierung entfesselt hatte. Berlusconi kündigte nicht nur an, im Jahr 2013 erneut als Spitzenkandidat seines Lagers antreten zu wollen, sondern vollzog im Parlament den offenen Bruch mit Monti. Dessen seit November 2012 amtierendes Techniker-Kabinett hatte sich bisher auf ein breites Bündnis von der Berlusconi-Rechten über die christdemokratische UDC bis hin zur gemäßigt linken Partito Democratico (PD) gestützt.
Doch am Donnerstag verkündete Angelino Alfano, Sekretär der Berlusconi-Partei (Popolo della Libertà (PDL – „Volk der Freiheit“) den Auszug aus der Koalition. Das Kalkül dahinter: Erstens wollte Berlusconi mit aggressiven Tönen gegen die Monti-Sparpolitik schon einmal den Wahlkampf eröffnen und seine Partei aus dem Umfragetief von 15 Prozent hieven.
Und zweitens wollte er dem christdemokratischen Zentrum ebenso wie der linken PD die undankbare Aufgabe überlassen, Monti bis zu den Wahlen allein zu stützen. In den nächsten Tagen werden Millionen Italiener die zweite Rate der Grundsteuer für 2012 begleichen müssen: Wachsende Unzufriedenheit, so dachte sich Berlusconi offenbar, ist damit garantiert.
Doch Monti durchkreuzte jetzt mit der Ankündigung eines schnellen Rücktritts den Berlusconi-Plan, ihn ebenso wie die ihn noch stützenden Parteien bis zum nächsten Frühjahr gleichsam auf kleiner Flamme zu rösten. Als möglicher Wahltermin wird nunmehr der 24. Februar genannt.
Die größten Chancen bei diesem Urnengang hat die PD unter dem erst vor einer Woche als Spitzenkandidat gekürten Parteichef Pierluigi Bersani; ihr werden gegenwärtig etwa 35 Prozent zugetraut. Zusammen mit ihrem Partner, der stramm linken SEL, (Sinistra Ecologia Libertà – Linke, Ökologie, Freiheit) könnte sie mehr als 40 Prozent erreichen. Berlusconis PdL dagegen wird wahrscheinlich wieder mit der rechtspopulistischen Lega Nord zusammengehen. Zusammen kommen PdL und Lega gegenwärtig gerade einmal auf 20 Prozent, während sie 2008 noch 45 Prozent erreicht hatten.
Auf etwa 20 Prozent hofft auch die gegen alle „Altparteien“ aufgestellte „5-Sterne-Bewegung“ unter Beppe Grillo. Als viertes Lager versucht sich gegenwärtig zudem ein gemäßigtes „Pro-Monti“-Lager zu formieren. Doch die christdemokratische UDC kommt bei Umfragen gerade einmal auf 6 Prozent. Wirklich ändern könnte sich diese Situation nur, wenn Monti selbst als Spitzenkandidat dieses Blocks anträte.
Doch bevor überhaupt die Wahllokale öffnen, steht schon an diesem Montag ein ganz anderes Votum an: das der Finanzmärkte. Der „Spread“, sprich der Risikoaufschlag auf italienische Staatsanleihen, der letzte Woche unter 3 Prozent gefallen war, könnte infolge Berlusconis politischer Offensive nun wieder in die Höhe schießen – und schon spekulieren italienische Zeitungen, ob Italien demnächst unter den Eurorettungsschirm muss.
ist eine Pest. Aber möglich war sein Aufstieg nur durch die Korruption im ganzen Europa, und zu diesem korrupten Machtsyste ...
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