Die „FR“ und die „Financial Times“ zeigen, dass Medien bei privatwirtschaftlichen Verlegern nicht in guten Händen sind. Eine weitsichtige Weiterentwicklung sieht anders aus.
"Vorrang haben kleine und mittlere Unternehmen ebenso wie Stiftungen, Genossenschaften und Mitarbeiter-Unternehmen. Und die Hilfe ist an Bedingungen geknüpft: Redaktionsstatut, hohe Transparenz, begrenzte Renditeziele": Woher kommt denn diese im Artikel apodiktisch angegebene Aufzählung? Warum soll das gut sein? Der einzige Grund für das oben genannte scheint zu sein, dass linke Sektiererzeitungen (wie die TAZ) so etwas üblicherweise haben und damit Förderungen einstreichen könnten; und damit ist es nichts anderes als ein feuchter Traum des Autors. Wer überwacht z.B. die Einhaltung dieser Sachen? Wahrscheinlich wieder die übliche Politikergarde, welche so Einfluss auf die Presse ausüben kann? Z.B. das Redaktionsstatut der TAZ wird ja laufend von ihr selbst gebrochen -- man denke an die Dämonisierung von Männern im Allgemeinen und Männerrechtlern im Besonderen, welche gegenüber den Mächtigen (nämlich dem Staatsfeminismus) kein Gehör finden und im Widerspruch zu §2 (1)-(6) auch in der TAZ dämonisiert werden.
07.12.2012 17:25 Uhr
von Merkur:
Regina beschreibt es gut.
Guter Journalismus ist für mich meist nur noch Fach Journalismus.
Unabhängig ist gar nichts. Das ist Illusion. Jeder Journalist berichtet über sein Welt Bild, zeigt seine Lücken und Grenzen.
Journalismus wird sich verändern. Eigentlich ist er ein Dienst an der Gesellschaft. Merkur.
Er wird im Dienst der jeweiligen Sache besser berichten müssen.
Vielleicht so wie der Regierungssprecher berichtet, berichten dann Abgesandte aus dem Volk von wichtigen Vorgängen in unserer Gesellschaft.
Dann ist auch klar, woher es kommt und kann unverzüglich eingeordnet werden von den Lesern oder Hörern. Sie sind mündig, oder?
Ich stelle mir gute Berichterstattung anders vor als es jetzt läuft.
Aber solange es nur um Macht geht, ändert sich nichts.
06.12.2012 07:30 Uhr
von Peter Schmidt:
Einst vorweg :Der Artikel von W. Storz trifft genau den Kern ,nur eines sollte er bedenken: Es ist eben nicht egal ,in welcher Organisationsform Medienprodukte letztlich hergestellt werden. Ich verweise hier nur auf den Disput zwischen Fritz Lang und Bertholt Brecht waehrend ihrer Zeit in Hollywood: B. Brecht entgegnete F, Lang in Bezug auf freies Medienschaffen unter den Produktionsbedingungen Holly- woods (sinngemaess): "Es geht eben nich nur um andere Inhalte (wider dem Mainstream). Wenn alternative Inhalte (dauerhaft) Bestandteil der Medienprodukion sein sollen ,so muessen auch (langfristig) die Formen ,in denen Medien produziert werden ,sich aendern".Auch wenn das Wort "Dialektik" heutzutage obsolet zu sein scheint, so denke ich, dass es not- wendig ist, gerade ueber die Ambivalenz (Dialektik) von Medienschaffenden und den Produktionsbedingungen (Produktionsverhaeltnissen) unter denen sie arbeiten, weiter nachzudenken. Dabei kann man durch- aus an das kulturelle Erbe einer alternativen Medien -theorie (Brecht Benjamin....) produktiv anknuepfen, um solche alternativen medialen Ansaetze produktiv weiter zu entwickeln bzw. , dass sie auch im Zeit- alter des Internets zukunftfaehig sind.
Mit solidarischen Gruessen
Peter Schmidt ,Eylauer Str.2 ,10965 Berlin , zur Zeit auf Langzeit-Tour -ohne Flugzeug- von Berlin bis Singapore via "Seidenstrasse" ,Vietnam , Kambodscha ,Thailand, Malaysia. Sozusagen auf einem fiktiv gedachten Rail-,Camel-,Bus-, Trans-Eurasian Highway Und auch auf dem Landweg ab April 2013 via Sibirien zurueckgehen
Hue/Vietnam ,den 6.6. 2012
05.12.2012 07:50 Uhr
von Susanne Schmidt-Lossau:
Zuschüsse für Zeitungen Jede wichtige Einrichtung in dieser Republik wird bezuschusst. Warum also nicht auch die freie Presse, die bekanntlich in der Demokratie eine der Volkssouveränität sehr zuträgliche Rolle spielt? Neben den Zuschüssen könnte die Presse sogar in noch stärkerem Maß als bisher durch Anzeigen Geld verdienen. Denn eine bessere Presse bekommt auch mehr Aufmerksamkeit. Die Voraussetzung wäre allerdings, dass das Geld wirklich in den Ausbau der Redaktionen investiert wird.... und nicht in den Verwaltungsetagen versickert, so wie bei vielen anderen Zuschussbetrieben.
03.12.2012 06:27 Uhr
von ewald gerber :
Man liest in der Qualitätspresse in Deutschland immer dasselbe,wenn nicht Antisemitismus,dann sind es die Nazi.Die Leser merken das langsam.
01.12.2012 20:20 Uhr
von Carsten:
"Warum verkaufte die FTD mit einem kapitalstarken Konzern im Rücken nie mehr als 50.000 Exemplare?" Sie hat es doch getan - siehe IVW-Zahlen (www.ivw.de) von 2005 und 2006: rund 67.000 hart verkaufte Auflage durch Abo + Kiosk. Plus weitere Sonderverkäufe, Bordexemplare usw. Nur scheint selbst ein ehemaliger FR-Chefredakteur nicht in der Lage zu sein, eine öffentlich zugängliche Zahl korrekt zu recherchieren. "Das Drama der Qualität" scheint also eher bei der (handwerklichen) Unfähigkeit linker Journalisten zu liegen, einfachste journalistische Standards einzuhalten. Dass die Leser für diesen Dilettantismus kein Geld zahlen wollen, dürfte doch einsichtig sein. Und eine öffentliche Subventionierung ist in einem solchen Fall auch keine Lösung.
27.11.2012 23:50 Uhr
von bksp:
Die Informationen verschwinden ja nicht wenn eine Zeitung dichtmacht. Man findet sie halt andernorts im Web. Es verschwinden nur ein paar gutbezahlte Schreibtischjobs. "Qualitätsjournalismus" ist doch längst tot.
Es gibt nur noch Gesinnungsjournalismus. Der ist nun mal austauschbar. Oder völlig egal. Wer dafür Geld zahlt der bezahlt für eine Meinung - nicht für Infos.
27.11.2012 07:40 Uhr
von Willy Schlingel:
Meinetwegen kann unsere gesamte Mist Ami-Presse Pleite gehen. Und der sozialistische zwangsfinanzierte Staatsrundfunk ebenso.
26.11.2012 18:43 Uhr
von Laubeiter:
Dieser Kommentar ist ja vieles, Analyse, Szenario für Neues, Aufforderung an den Staat.
Also "macht...platt" und "Ego-Spielchen" sind so wertend, das es mir fast unsachlich erscheint.
Wenn die Zeitungskäufe insgesamt zurückgehen, wie soll dann die Zahl der Zeitungen am Markt oder ihre Rentabilität gleich bleiben?
Ich finde es unlogisch, über die Höhe der FTD Auflage zu jammern. Die FTD hat ihre Auflage anderen Zeitungen abgejagt, zu einem bestimmten Anteil sicher auch der FR.
25.11.2012 13:24 Uhr
von Regina:
Der Zeitungsmarkt ist fast durchweg von austauschbaren unkritischen inhaltlich flachen Printmedien besiedelt. Und das war die FR in den letzten Jahren auch.
So wie heute fünf Medienkonzerne fast ausnahmslos den gesamten deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt beherrschen, dazu den größten Teil der privaten Radio- und TV-Sender, kann man wahrlich nicht mehr von Meinungsvielfalt und Unabhängigkeit sprechen. Die politische Linie gibt der Verleger vor, der Chefredakteur setzt sie durch. Anzeigenkunden verlangen unkritische Berichterstattung. Der Profit steht im Mittelpunkt, Agenturmeldungen werden unbearbeitet ins Blatt gesetzt. Investigativer Journalismus findet aus Kostengründen kaum noch statt.
Wirklich (konzern- und partei-)unabhängige kritische Medien mit hohem Qualitätsanspruch, die sich nicht mit Werbung finanzieren, muß man heute mit der Lupe suchen. Aber das macht sie auch so wertvoll, weil hier analytische Artikel zu finden sind, die auf eigener Recherche beruhen und informativ über all das berichten, was die anderen Medien verschweigen. Das sind z. B. die überregionale linke Tageszeitung "junge Welt" (die wie die taz von Genossenschaftsmitgliedern herausgegeben wird) oder ein Wochenblatt wie "Ossietzky" (Nachfolgerin der legendären "Weltbühne"). Wenn diese Medien nicht weiter erscheinen können, dann entsteht wirklich real eine unersetzbare Lücke in der deutschen Medienlandschaft.
25.11.2012 11:15 Uhr
von Nordwind:
Die FTD war zu keinem Zeitpunkt profitabel. Und auf "Qualitätsjournalismus" der FR, der einen Autor als "zuckende, stotternde Menschenkarikatur" verunglimpft, verzichte ich gerne.
25.11.2012 08:04 Uhr
von Thomas Sch.:
Naja, hier in Frankfurt/M. ist die ehemals große FR wohl daran kaputtgegangen, daß die Anzeigenkunden mehr und mehr ausblieben und so den Laden finanziell austrockneten. Werbung findet eben heute in den zunehmend sich spezialisierenden Branchen in den Fachabteilungen des Internets statt. Und wenn man den redaktionellen Teil, der früher als Belehrungmaschine für das dumme Volk gedient hatte, nun auch nicht mehr loswird, weil eben diese Bevölkerung eine ganz andere Lebensauffassung hat und froh ist, den linksschmonzettigen Gutmenschenausdünstungen nicht mehr beiwohnen zu müssen, bis endlich der Sportteil kommt, dann kann man nur noch sagen: Selber schuld. Sorry, aber ist so.
25.11.2012 01:03 Uhr
von Socke:
Hört sich ien bischen wie ein Bettelbrief an, will die TAZ nun auch an den staatlichen Subventionstrog kommen weil das sonst vielleicht nicht mehr reicht?
24.11.2012 23:05 Uhr
von KTzuG:
Herr Storz Sie bringen es auf den Punkt: „Leiche in Schubkarre“ vor Finanzkrise, genau das hat die FTD versucht.
Aber für solche Infos zahlt keiner der eine Wirtschaftszeitung abonniert hat.
Das Verhältnis von Angebot („Leiche in Schubkarre“) zur Nachfrage (kritische Betrachtung der Wirtschaftskrise, Auswirkungen auf den Aktienmarkt, Geldmengenentwicklung...) hat nicht gestimmt.
Auch eine Art Brief-"Kummer"-kasten für Themenvorschläge (50% durch die Leser, 50% Redaktion) auf der TAZ-Startseite wäre doch einen Versuch wert um auf der Nachfrageseite am Ball zu bleiben.
Mir reichen nämlich die in der Schubkarre gelieferten Leichen... der Keller ist voll!
Qualitätsjournalismus lohnt sich mehr denn je. Bsp: "Aluminium: Weekly Market Tracker Price: €2485 Global Iron Ore Cost Service Price: €8810"
Man zahlt wenn man einen Mehrwert erwartet. (Frau zahlt auch so... wie 560.000 verkaufte Brigitte Exemplare beweisen)
Grüße
24.11.2012 17:31 Uhr
von ebertus:
Nun sind Medien (nice to have) nicht das, was auf den untersten Ebenen der Maslowschen Bedürfnispyramide existentiell wichtig ist. Aber genau dorthin kommen immer mehr Menschen, auch hierzulande wengleich medial gesoftet.
Klagen auf hohen Niveau also, wenn man noch dazu gehört, dazu gehören wollte, Qualität bezahlen kann und auch will.
"Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein."
sprach wohl mal der olle Marx; und das mag zum Interpretieren und gern auch über den gehypten, den sachbezwangten betriebswirtschaftlichen Tellerrand hinaus, frei gestellt werden.
Was ansonsten im gern qualitätshaltig gestreamten Top-Down die Aufgabe der Medien ist, das sei via Noam Chomsky, dessen "Propagandamodell" nachzulesen, zu verstehen.
24.11.2012 17:01 Uhr
von Thorsten Nesch:
die heutige taz musste ich mir als e-paper kaufen, was okay ist, allerdings bin ich durch leverkusen opladen (bevölerkungsreichster stadtteil) gelaufen und an 3 stellen wurde mir bestätigt, dass sie die taz nicht mehr haben - nie. ich probiere nun ein testabo. oder auf den e-reader. schade ist es aber schon, dass ich mir hier nicht mehr spontan die taz kaufen kann ...
24.11.2012 16:33 Uhr
von yberg:
na herr storz,marktkonforme berichterstattung sollte ein für allemal reichen.
was sollen denn döpfner,diekmann,die gnädige mohnsche und der kölner literat mit ner kritischen masse volk anfangen.
Leserkommentare
10.12.2012 02:36 Uhr
von Siegfried Bosch:
"Vorrang haben kleine und mittlere Unternehmen ebenso wie Stiftungen, Genossenschaften und Mitarbeiter-Unternehmen. Und die Hilfe ist an Bedingungen geknüpft: Redaktionsstatut, hohe Transparenz, begrenzte Renditeziele":
Woher kommt denn diese im Artikel apodiktisch angegebene Aufzählung? Warum soll das gut sein? Der einzige Grund für das oben genannte scheint zu sein, dass linke Sektiererzeitungen (wie die TAZ) so etwas üblicherweise haben und damit Förderungen einstreichen könnten; und damit ist es nichts anderes als ein feuchter Traum des Autors. Wer überwacht z.B. die Einhaltung dieser Sachen? Wahrscheinlich wieder die übliche Politikergarde, welche so Einfluss auf die Presse ausüben kann? Z.B. das Redaktionsstatut der TAZ wird ja laufend von ihr selbst gebrochen -- man denke an die Dämonisierung von Männern im Allgemeinen und Männerrechtlern im Besonderen, welche gegenüber den Mächtigen (nämlich dem Staatsfeminismus) kein Gehör finden und im Widerspruch zu §2 (1)-(6) auch in der TAZ dämonisiert werden.
07.12.2012 17:25 Uhr
von Merkur:
Regina beschreibt es gut.
Guter Journalismus ist für mich meist nur noch Fach Journalismus.
Unabhängig ist gar nichts. Das ist Illusion.
Jeder Journalist berichtet über sein Welt Bild, zeigt seine Lücken und Grenzen.
Journalismus wird sich verändern. Eigentlich ist er ein Dienst an der Gesellschaft. Merkur.
Er wird im Dienst der jeweiligen Sache besser berichten müssen.
Vielleicht so wie der Regierungssprecher berichtet, berichten dann Abgesandte aus dem Volk von wichtigen Vorgängen in unserer Gesellschaft.
Dann ist auch klar, woher es kommt und kann unverzüglich eingeordnet werden von den Lesern oder Hörern.
Sie sind mündig, oder?
Ich stelle mir gute Berichterstattung anders vor als es jetzt läuft.
Aber solange es nur um Macht geht, ändert sich nichts.
06.12.2012 07:30 Uhr
von Peter Schmidt:
Einst vorweg :Der Artikel von W. Storz trifft genau den
Kern ,nur eines sollte er bedenken: Es ist eben nicht
egal ,in welcher Organisationsform Medienprodukte letztlich hergestellt werden. Ich verweise hier nur auf
den Disput zwischen Fritz Lang und Bertholt Brecht waehrend ihrer Zeit in Hollywood:
B. Brecht entgegnete F, Lang in Bezug auf freies Medienschaffen unter den Produktionsbedingungen Holly-
woods (sinngemaess): "Es geht eben nich nur um andere Inhalte (wider dem Mainstream). Wenn alternative Inhalte (dauerhaft) Bestandteil der Medienprodukion
sein sollen ,so muessen auch (langfristig) die Formen ,in denen Medien produziert werden ,sich aendern".Auch wenn das Wort "Dialektik" heutzutage
obsolet zu sein scheint, so denke ich, dass es not-
wendig ist, gerade ueber die Ambivalenz (Dialektik)
von Medienschaffenden und den Produktionsbedingungen
(Produktionsverhaeltnissen) unter denen sie arbeiten, weiter nachzudenken. Dabei kann man durch-
aus an das kulturelle Erbe einer alternativen Medien
-theorie (Brecht Benjamin....) produktiv anknuepfen,
um solche alternativen medialen Ansaetze produktiv
weiter zu entwickeln bzw. , dass sie auch im Zeit-
alter des Internets zukunftfaehig sind.
Mit solidarischen Gruessen
Peter Schmidt ,Eylauer Str.2 ,10965 Berlin ,
zur Zeit auf Langzeit-Tour -ohne Flugzeug- von
Berlin bis Singapore via "Seidenstrasse" ,Vietnam ,
Kambodscha ,Thailand, Malaysia. Sozusagen auf einem
fiktiv gedachten Rail-,Camel-,Bus-, Trans-Eurasian
Highway Und auch auf dem Landweg ab April 2013 via
Sibirien zurueckgehen
Hue/Vietnam ,den 6.6. 2012
05.12.2012 07:50 Uhr
von Susanne Schmidt-Lossau:
Zuschüsse für Zeitungen
Jede wichtige Einrichtung in dieser Republik wird bezuschusst. Warum also nicht auch die freie Presse, die bekanntlich in der Demokratie eine der Volkssouveränität sehr zuträgliche Rolle spielt? Neben den Zuschüssen könnte die Presse sogar in noch stärkerem Maß als bisher durch Anzeigen Geld verdienen. Denn eine bessere Presse bekommt auch mehr Aufmerksamkeit. Die Voraussetzung wäre allerdings, dass das Geld wirklich in den Ausbau der Redaktionen investiert wird.... und nicht in den Verwaltungsetagen versickert, so wie bei vielen anderen Zuschussbetrieben.
03.12.2012 06:27 Uhr
von ewald gerber :
Man liest in der Qualitätspresse in Deutschland immer dasselbe,wenn nicht Antisemitismus,dann sind es die Nazi.Die Leser merken das langsam.
01.12.2012 20:20 Uhr
von Carsten:
"Warum verkaufte die FTD mit einem kapitalstarken Konzern im Rücken nie mehr als 50.000 Exemplare?" Sie hat es doch getan - siehe IVW-Zahlen (www.ivw.de) von 2005 und 2006: rund 67.000 hart verkaufte Auflage durch Abo + Kiosk. Plus weitere Sonderverkäufe, Bordexemplare usw. Nur scheint selbst ein ehemaliger FR-Chefredakteur nicht in der Lage zu sein, eine öffentlich zugängliche Zahl korrekt zu recherchieren. "Das Drama der Qualität" scheint also eher bei der (handwerklichen) Unfähigkeit linker Journalisten zu liegen, einfachste journalistische Standards einzuhalten. Dass die Leser für diesen Dilettantismus kein Geld zahlen wollen, dürfte doch einsichtig sein. Und eine öffentliche Subventionierung ist in einem solchen Fall auch keine Lösung.
27.11.2012 23:50 Uhr
von bksp:
Die Informationen verschwinden ja nicht wenn eine Zeitung dichtmacht. Man findet sie halt andernorts im Web. Es verschwinden nur ein paar gutbezahlte Schreibtischjobs. "Qualitätsjournalismus" ist doch längst tot.
Es gibt nur noch Gesinnungsjournalismus. Der ist nun mal austauschbar. Oder völlig egal. Wer dafür Geld zahlt der bezahlt für eine Meinung - nicht für Infos.
27.11.2012 07:40 Uhr
von Willy Schlingel:
Meinetwegen kann unsere gesamte Mist Ami-Presse Pleite gehen. Und der sozialistische zwangsfinanzierte Staatsrundfunk ebenso.
26.11.2012 18:43 Uhr
von Laubeiter:
Dieser Kommentar ist ja vieles, Analyse, Szenario für Neues, Aufforderung an den Staat.
Also "macht...platt" und "Ego-Spielchen" sind so wertend, das es mir fast unsachlich erscheint.
Wenn die Zeitungskäufe insgesamt zurückgehen, wie soll dann die Zahl der Zeitungen am Markt oder ihre Rentabilität gleich bleiben?
Ich finde es unlogisch, über die Höhe der FTD Auflage zu jammern. Die FTD hat ihre Auflage anderen Zeitungen abgejagt, zu einem bestimmten Anteil sicher auch der FR.
25.11.2012 13:24 Uhr
von Regina:
Der Zeitungsmarkt ist fast durchweg von austauschbaren unkritischen inhaltlich flachen Printmedien besiedelt. Und das war die FR in den letzten Jahren auch.
So wie heute fünf Medienkonzerne fast ausnahmslos den gesamten deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt beherrschen, dazu den größten Teil der privaten Radio- und TV-Sender, kann man wahrlich nicht mehr von Meinungsvielfalt und Unabhängigkeit sprechen. Die politische Linie gibt der Verleger vor, der Chefredakteur setzt sie durch. Anzeigenkunden verlangen unkritische Berichterstattung. Der Profit steht im Mittelpunkt, Agenturmeldungen werden unbearbeitet ins Blatt gesetzt.
Investigativer Journalismus findet aus Kostengründen kaum noch statt.
Wirklich (konzern- und partei-)unabhängige kritische Medien mit hohem Qualitätsanspruch, die sich nicht mit Werbung finanzieren, muß man heute mit der Lupe suchen. Aber das macht sie auch so wertvoll, weil hier analytische Artikel zu finden sind, die auf eigener Recherche beruhen und informativ über all das berichten, was die anderen Medien verschweigen.
Das sind z. B. die überregionale linke Tageszeitung "junge Welt" (die wie die taz von Genossenschaftsmitgliedern herausgegeben wird) oder ein Wochenblatt wie "Ossietzky" (Nachfolgerin der legendären "Weltbühne").
Wenn diese Medien nicht weiter erscheinen können, dann entsteht wirklich real eine unersetzbare Lücke in der deutschen Medienlandschaft.
25.11.2012 11:15 Uhr
von Nordwind:
Die FTD war zu keinem Zeitpunkt profitabel. Und auf "Qualitätsjournalismus" der FR, der einen Autor als "zuckende, stotternde Menschenkarikatur" verunglimpft, verzichte ich gerne.
25.11.2012 08:04 Uhr
von Thomas Sch.:
Naja, hier in Frankfurt/M. ist die ehemals große FR wohl daran kaputtgegangen, daß die Anzeigenkunden mehr und mehr ausblieben und so den Laden finanziell austrockneten. Werbung findet eben heute in den zunehmend sich spezialisierenden Branchen in den Fachabteilungen des Internets statt. Und wenn man den redaktionellen Teil, der früher als Belehrungmaschine für das dumme Volk gedient hatte, nun auch nicht mehr loswird, weil eben diese Bevölkerung eine ganz andere Lebensauffassung hat und froh ist, den linksschmonzettigen Gutmenschenausdünstungen nicht mehr beiwohnen zu müssen, bis endlich der Sportteil kommt, dann kann man nur noch sagen: Selber schuld. Sorry, aber ist so.
25.11.2012 01:03 Uhr
von Socke:
Hört sich ien bischen wie ein Bettelbrief an, will die TAZ nun auch an den staatlichen Subventionstrog kommen weil das sonst vielleicht nicht mehr reicht?
24.11.2012 23:05 Uhr
von KTzuG:
Herr Storz Sie bringen es auf den Punkt:
„Leiche in Schubkarre“ vor Finanzkrise, genau das hat die FTD versucht.
Aber für solche Infos zahlt keiner der eine Wirtschaftszeitung abonniert hat.
Das Verhältnis von Angebot („Leiche in Schubkarre“) zur Nachfrage (kritische Betrachtung der Wirtschaftskrise, Auswirkungen auf den Aktienmarkt, Geldmengenentwicklung...) hat nicht gestimmt.
Auch eine Art Brief-"Kummer"-kasten für Themenvorschläge (50% durch die Leser, 50% Redaktion) auf der TAZ-Startseite wäre doch einen Versuch wert um auf der Nachfrageseite am Ball zu bleiben.
Mir reichen nämlich die in der Schubkarre gelieferten Leichen... der Keller ist voll!
Qualitätsjournalismus lohnt sich mehr denn je.
Bsp:
"Aluminium: Weekly Market Tracker Price: €2485
Global Iron Ore Cost Service Price: €8810"
Man zahlt wenn man einen Mehrwert erwartet.
(Frau zahlt auch so... wie 560.000 verkaufte Brigitte Exemplare beweisen)
Grüße
24.11.2012 17:31 Uhr
von ebertus:
Nun sind Medien (nice to have) nicht das, was auf den untersten Ebenen der Maslowschen Bedürfnispyramide existentiell wichtig ist. Aber genau dorthin kommen immer mehr Menschen, auch hierzulande wengleich medial gesoftet.
Klagen auf hohen Niveau also, wenn man noch dazu gehört, dazu gehören wollte, Qualität bezahlen kann und auch will.
"Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein."
sprach wohl mal der olle Marx; und das mag zum Interpretieren und gern auch über den gehypten, den sachbezwangten betriebswirtschaftlichen Tellerrand hinaus, frei gestellt werden.
Was ansonsten im gern qualitätshaltig gestreamten Top-Down die Aufgabe der Medien ist, das sei via Noam Chomsky, dessen "Propagandamodell" nachzulesen, zu verstehen.
24.11.2012 17:01 Uhr
von Thorsten Nesch:
die heutige taz musste ich mir als e-paper kaufen, was okay ist, allerdings bin ich durch leverkusen opladen (bevölerkungsreichster stadtteil) gelaufen und an 3 stellen wurde mir bestätigt, dass sie die taz nicht mehr haben - nie.
ich probiere nun ein testabo.
oder auf den e-reader.
schade ist es aber schon, dass ich mir hier nicht mehr spontan die taz kaufen kann ...
24.11.2012 16:33 Uhr
von yberg:
na herr storz,marktkonforme berichterstattung sollte ein für allemal reichen.
was sollen denn döpfner,diekmann,die gnädige mohnsche und der kölner literat mit ner kritischen masse volk anfangen.
nicht immer alles von gestern wollen....