Razzien bei der Artgemeinschaft : Das wahre Gesicht der AfD Sachsen-Anhalt
In der verbotenen Artgemeinschaft haben Rassismus, Nationalismus und Nazi-Ideologie einen Boden. In Sachsen-Anhalt ist das besonders deutlich.
D ie 2023 verbotene Neonazi-Sekte „Artgemeinschaft“ sah sich als Hüter einer germanischen Rasse. Es ist der dumpfe Nazi-Rassismus, der in den Gruppen fortbesteht und bei denen immer wieder AfD-Leute heidnische Feste mitfeiern, auf denen Lieder der Hitlerjugend gesungen werden. Man könnte das für peinliches Nazi-Cosplay halten, wenn es nicht so gefährlich wäre, denn die AfD ist der Türöffner für diese völkischen Kreise an die Macht.
Das zeigt sich nirgendwo so deutlich wie in Sachsen-Anhalt. Die Artgemeinschaft fordert eine „gleichgeartete Gattenwahl“, AfD-Landtagskandidat Simon Lansmann ist passenderweise laut Medienberichten mit einer Frau aus der Artgemeinschaft verheiratet. Recherchen zeigen immer wieder: Solche auf NS-Ideologie hängengebliebene Gruppen existieren als Netzwerke fort, ihre Ideologie ist trotz Verboten in den Köpfen vieler Personen ungebrochen – und sie ziehen nicht erst seit gestern Fäden innerhalb der AfD.
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Lansmann soll gemeinsam mit Sebastian Koch – ebenfalls AfD-Landtagskandidat in Sachsen-Anhalt – und weiteren 14 Personen die Artgemeinschaft fortgeführt haben. Sie haben auf dem Anwesen des AfD-Kandidaten ihre Sonnenwende gefeiert, inklusive seltsamer Tierhorn-Rituale. Darunter Personen, die Verbindungen in den organisierten Rechtsterrorismus haben. Deswegen wurden am Mittwoch Immobilien in fünf Bundesländern durchsucht.
Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern droht erstmals eine AfD-Regierung. Die taz berichtet, was auf dem Spiel steht – und wer jetzt die Demokratie verteidigt. Alle Texte zur Serie finden Sie hier.
Vielen Wähler*innen in Sachsen-Anhalt sollte das die Augen öffnen: Gerade im Landesverband Sachsen-Anhalt ballen sich Neonazis unter dem AfD-Deckmantel hinter dem vermeintlich harmlos grinsenden Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund. In dessen direktem Umfeld gibt es mehrere ehemalige Funktionäre der bereits 2009 verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend, die als neue Hitlerjugend eine nationalsozialistische Elite heranziehen wollte. Sie werden im möglichen Kabinett Siegmund als Staatssekretäre oder Chef der Staatskanzlei gehandelt. Von einem der beiden tauchten zuletzt die Kinder in einem völkischen „Jungadler“-Zeltlager auf.
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