wortwechsel: Der Friedensstifter hat gesprochen
US-Präsident Trump lädt zum „Board of Peace“, um weltweit alle Konflikte zu lösen. Unsere Autorin skizziert die problematische Umarmung jüdischer Identität durch den Zionismus
Fehldeutung
wochentaz vom 21.–27. 2. 26
Nach der ersten Antwort wollte ich mich schon kopfschüttelnd abwenden vom Interview mit Marc Saxer. Wenn jemand seine Argumentation auf einer falschen Bedeutung eines Begriffs aufbaut, dann vergeht mir schnell die Lust, der weiteren Argumentation zu folgen.
Noch mal zum Mitschreiben: Anarchie bedeutet die Abwesenheit von Herrschaft. Anarchie bedeutet nicht die Abwesenheit von Regeln oder einer Rechtsordnung und in der Folge Gewaltherrschaft. Das nennt man Anomie. Schade, dass diese Fehldeutung noch immer so fest in den Köpfen ist – zumal bei der taz.
Gloria Leißner, Bad Abbach
Kontaktaufnahme
„Jüdisch, postsowjetisch, besatzungskritisch sucht …“,
wochentaz vom 21.–27. 2. 26
Ich bin nicht postsowjetisch, sondern in Bonn geborene deutsche Jüdin mit einer Mutter, die in Stettin geboren, mit den Eltern nach Palästina vor der nationalsozialistischen Verfolgung geflohen, dort aufgewachsen und gleich nach dem Krieg nach Deutschland zum Aufbau eines demokratischen Landes zurückgeschleppt wurde. Sicher hätte ich noch sehr viel zu lernen, was Ihre postsowjetische und auch die dortige Geschichte zuvor betrifft. Dennoch spricht mir der Artikel sehr aus dem Herzen, es gibt auch nicht wenige deutsche Jüdinnen, die sich ähnlich heimatlos und zwischen den Stühlen fühlen und sich in jüdischen Gemeinden und Institutionen mit ihrer menschenrechtlichen Haltung – auch zu Israel und Palästina – nicht mehr vertreten fühlen. Zwecks Kontaktanzeige empfehle ich Frauen aus der Gruppe Palestinians and Jews for Peace in Köln, die gleich 2023 eine andere Stimme in die schmerzhafte Situation eingebracht hat. Schulamith Weil, Meckenheim
Schmaler Grad
„Jüdisch, postsowjetisch, besatzungskritisch sucht …“,
wochentaz vom 21.–27. 2. 26
Danke, für die vielen zerrissenen Standpunkte. Man muss nicht Jude oder postsowjetisch sein, um sich politisch allein zu fühlen.
Als Ex-Jungpionier und Ex-FDJler, NVA-Soldat, Schlosser, Kapitalist und Vater frage ich mich seit Jahren, warum wir Jugendorganisationen nicht schärfer kontrollieren: Jede Form von indoktrinierter Asymmetrie in egal welchem Weltbild fördert zuerst: Identitätsfindung (der Honig, der uns fängt), Freunde, dann Gruppe, dann wir/die, irgendwann Feindbild durch Hirnwäsche.
Andreas68 auf taz.de
Umarmung
„Jüdisch, postsowjetisch, besatzungskritisch sucht …“,
wochentaz vom 21.–27. 2. 26
Wenn ich es richtig verstanden habe, tritt die Autorin dafür ein, die problematische Umarmung jüdischer Identität durch den Zionismus zu lösen, da sie das vielgestaltige Judentum immer stärker in eine ethnonationalistische Engführung treibt. Gleichzeitig kann ich die Ängste ihrer Mutter gut verstehen, wenn diese in der Kritik am Zionismus eine Diskreditierung Israels als einzig verbliebenen Schutzraum für das jüdische Volk erkennen will.
Abdurchdiemitte auf taz.de
Hoffnung
wochentaz vom 21.–27. 2. 26
Die Welt hat viele Wunden, die nicht heilen wollen – Frieden in Europa kommt nicht und Putins Krieg geht weiter. Donald Trump macht die Sicherheitslage nicht besser.
Die Menschlichkeit braucht Frieden – es gibt keinen Gerechten „Deal“ als Geschäftsmodell im Tausch von Geben und Nehmen.
Der umfassende Bericht der taz über das Leben in der Ukraine ist mehr als nur eine Mahnung, Menschenrechte jeden Tag aktiv zu unterstützen, wo es nur geht, damit die Hoffnung nicht stirbt.
Thomas Bartsch Hauschild, Hamburg
Jahrelang Krieg
wochentaz vom 21.–27. 2. 26
Vielen Dank für die beeindruckenden und einfühlsamen Artikel und Porträts von und über die Menschen in der Ukraine. Während die eigene Ratlosigkeit über den Krieg, sein mögliches Ende und wie es weitergehen kann und soll beharrlich zunimmt, lasst ihr in den Artikeln die Menschen im Krieg zu Wort kommen. Ihre Ausdauer, Zuversicht, ihre Resilienz, der Mut und die Kraft an eine Zukunft zu glauben, muss uns großen Respekt abverlangen und unsere Solidarität mit den Menschen herausfordern.
Timm Lehmann, Berlin
Kunst des Kabaretts
„Mutet an wie Realsatire, aber es ist bitterernst“, wochentaz vom 21.–27. 2. 26
Der Artikel brachte mich zum Nachdenken, weil sich alles in derselben Woche ereignete … Ist die Münchner Sicherheitskonferenz das Vorbild für Trumps „Friedensrat“?
Mit Erlaubnis eine Analogie: Privat finanzierte Veranstaltung, die auch mit Steuergeldern gefördert wird, gesichert rechtsextreme Gäste, man kann sich die Teilnahme erkaufen (zum Beispiel Katar), Lobbyisten und andere treffen sich zum Klatsch und Tratsch, und die schlimmsten Reden, zum Beispiel Außenminister Marco Rubios, werden von unseren Politikern mit „Standing Ovations“ bejubelt. Bereit für Kabarett? Beide Veranstaltungen? Vielleicht … aber trotz unserer Ratlosigkeit sollten wir hier nicht die Kunst des Kabaretts beleidigen.
Gilda Rebello, Frankfurt
Optimist
„Mutet an wie Realsatire, aber es ist bitterernst“, wochentaz vom 21.–27. 2. 26
Natürlich wird Trump versuchen, so lange wie irgend möglich Präsident, König oder Diktator der USA zu bleiben. Sollte seine Amtszeit aber irgendwann enden, dann gleichzeitig auch seine Immunität. Er wird es sofort mit Strafprozessen verschiedenster Art zu tun haben, vielleicht wird er keinen Tag mehr in Freiheit verbringen. Hartmut Neubauer auf taz.de
Wachstum
„Was, wenn die Blase platzt?“,
wochentaz vom 21.–27. 2. 26
Ich konnte der Autorin in allem zustimmen – bis kurz vor Schluss. Da schrieb sie: „(…) gäbe es kein Wachstum mehr. Das muss jedoch keine schlechte Nachricht sein.“ Als ob Wachstum etwas grundsätzlich Positives wäre. In entwickelten Staaten führt Wachstum im Wesentlichen zur zusätzlichen Bereicherung derer, die ohnehin schon reich sind.
Adam Romoth, Starnberg
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