: wohin heute Schlemmen, schwelgen
Das ist beste Breitlandwand, auf der von einem Irgendwienoch-Rock über kammermusikalische Einwürfe bis zu gespinstig schwebenden Soundwolken üppige Stimmungsbilder hineingemalt sind, die halt einfach nicht ins griffige popistische Dreiminutenformat passen. Sigur Rós scheuen sich deswegen überhaupt nicht, ihre Lieder immer länger wuchern zu lassen, was für das Publikum ja wiederum heißt, dass man umso länger darin schwelgen darf. Sagt da jemand Schwulst? Schon, gut. Aber wann wäre der jemals so schön gemacht worden. Mit so viel an Hingabe und einer Pracht, die man sich in letzter Zeit doch wieder ganz gern im Musikalienhandel gönnt. Weil die richtige Benutzerhaltung hierfür nicht die unruhigen Füße sind, hat man in der Arena für die Andacht beim Konzert der vier Isländer auch Stühle aufgestellt.
Arena, Donnerstag 20 Uhr
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen