was fehlt ...: ... das „Qaf“
Ein wenig peinlich ist er schon, der Fehler. Aber zumindest nicht sachlich falsch: Da verwechselte ein ägyptischer Redakteur den arabischen Buchstaben „Qaf“ mit dem „Kaf“ – und schon lautete die Überschrift eines Interviews mit dem künftigen Präsidenten Abdul Fattah al-Sisi: „Al-Sisi hat ein gigantisches Projekt zur Bekämpfung des Denkens“.
Eigentlich hätte es heißen sollen: „Al-Sisi hat ein gigantisches Projekt zur Bekämpfung der Armut“. Denken („fkr“) und Armut („fqr“) liegen nah beieinander im Arabischen. 9.000 frisch gedruckte Exemplare der – ironischerweise äußerst regierungsnahen – Tageszeitung Al-Ahram wurden vernichtet.
Dabei hätte es die Schlagzeile auf den Punkt getroffen: Seit sich der Ex-Militär al-Sisi im Juli 2013 an die Macht putschte, verfolgt er nicht nur die Islamisten rigoros. Auch die liberale Opposition bangt um ihre Freiheit. Zuletzt ließ das Regime die revolutionäre „6. April“-Bewegung verbieten. Auch sitzen mindestens 17 kritische Journalisten derzeit in Haft – und die hatten nicht Buchstaben verwechselt, sondern einfach nur ihren Job gemacht. (hag)
Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
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