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Debatte über mögliche NS-Raubkunst in Bayern

Der bayerische Kunstminister Markus Blume (CSU) wehrt sich gegen Vorwürfe, der Freistaat halte Informationen über NS-Raubkunst zurück. Man stehe „uneingeschränkt zu unserer historischen Verantwortung“, erklärte Blume am Dienstag. Er persönlich sei „jeder einzelnen, rechtlich angezeigten Restitutionsempfehlung nachgekommen“, so Blume, dem vorgeworfen wird, Entscheidungen über die Rückgabe von Kunstwerken an ihre jüdischen Eigentümer zu verschleppen. Blume räumte ein, dass bei den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen „Fragen offen geblieben sind“. Die Institution sei aufgefordert worden, diese zu klären und eine „schnellstmögliche Tiefenrecherche“ bei Verdachtsfällen von NS-Raubkunst vorzunehmen. Die Süddeutsche Zeitung hatte berichtet, dass die Gemäldesammlungen des Freistaats einen Katalog von 200 NS-Raubgutfällen aus dem eigenen Haus zusammengestellt hatten, darüber aber weder die Öffentlichkeit noch die Nachfahren der Bestohlenen informiert hätten. Der Kunstminister versprach, man werde nun „mit Blick auf vielfältige Herausforderungen“ die Reform der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen innerhalb der „Museumsoffensive“ vorantreiben. Dazu soll eine Taskforce im Freistaat eingerichtet werden. Weiterhin will man die Provenienzforschung kurzfristig unterstützen – mit zusätzlichen Stellen und Mitteln in Höhe von einer Million Euro.

Künstlerin Hito Steyerl gewinnt den Erich-Fromm-Preis

Die Künstlerin, Filmemacherin und Autorin Hito Steyerl wird mit dem diesjährigen Preis der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft ausgezeichnet. Laut der Esther Schipper Galerie, die Steyerl vertritt, wird ihr der Preis am 8. März in Stuttgart verliehen. In ihrem Werk an der Schnittstelle von visueller Kunst und Film bediene sich die Künstlerin, so die Begründung der Jury, der Mittel der Massenkommunikation und vereine philosophische Betrachtungen und Gesellschaftskritik – ganz im Sinne des Fromm’schen Produktivitätsideals. Der Erich-Fromm-Preis wird seit 1995 jährlich von der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und richtet sich an Menschen, „die mit ihrem wissenschaftlichen, sozialen, gesellschaftspolitischen oder journalistischen Engagement Hervorragendes für den Erhalt oder die Wiedergewinnung humanistischen Denkens und Handelns leisten“.

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