unterm strich:
Stoff für die Erinnerung
Das Literaturzentrum auf Burg Hülshoff im westfälischen Havixbeck erhält eine Schenkung von rund 400 Bücher zu Leben, Werk und Zeit der Lyrikerin Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848). Das Wasserschloss Burg Hülshoff gehörte einst einem westfälischen Adelsgeschlecht, dem Annette von Droste-Hülshoff entstammte. Die 2012 gegründete gleichnamige Stiftung will die Erinnerung an die Dichterin wachhalten, der zuletzt Karen Duve im Roman „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ ein wunderbares Denkmal setzte. Bei der Schenkung geht es um die umfangreiche Bibliothek der 2015 gestorbenen Droste-Forscherin Annelise Raub. Sie dokumentiere umfassend die wissenschaftlichen und künstlerischen Diskurse und die Rezeption der Dichterin Droste-Hülshoff, hieß es.
Krieg gegen die Frauen
Die finnisch-estnische Autorin Sofi Oksanen („Fegefeuer“) zeichnet sich auch durch ihr politisches Engagement aus. Sie warnte bereits vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, als das viele noch als Angstmacherei abtaten. In ihrem neuen Buch, einem politischen Essay, bezeichnet sie Putins Krieg als Geschlechterkrieg. Die darin systematisch gegen Frauen ausgeübte Gewalt sei eine taktische Waffe, um den Widerstand der Ukrainer:innen zu brechen, schreibt sie. Oksanens eigene Familiengeschichte hat sie für dieses Thema sensibilisiert, ihre Großtante wurde zu Beginn der sowjetischen Besatzung Estlands vergewaltigt und blieb fortan stumm. Die Muster damaliger Kriegsführung sieht Oksanen heute weitergeführt.
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