taz Talk über die Zukunft freier Radios : Freie Radios – Freiraum unter Druck
Freie Radios sind unverzichtbar für die Demokratie, doch sind sie wachsenden Bedrohungen ausgesetzt. Ein taz Talk über die Zukunft freier Radios im Rahmen der Hamburger Woche der Pressefreiheit.
„Freie Radios werden politisch wahnsinnig unterschätzt“, sagt der Medienwissenschaftler Jan Bönkost im September 2024 gegenüber der taz. Als lokale Plattformen und Sprachrohre marginalisierter Perspektiven sind sie unverzichtbare Orte der demokratischen Öffentlichkeit. Doch viele dieser Sender stehen unter Druck: Unsichere Finanzierungsmodelle und der teure Umstieg von UKW auf DAB+ bringen zahlreiche Projekte an ihre Grenzen.
Veranstaltungsinformationen
Wann: Mo., 12.10.2026, 18:30 – 19:30 Uhr
Einlass: 18:00 Uhr
Wo: Kunst- und Mediencampus Hamburg
Finkenau 35, Gebäude C
22081 Hamburg
Die Teilnahme ist nur mit einem im Voraus gebuchten Ticket möglich. Wir bitten Sie daher um eine Anmeldung über dieses Ticket-Portal. Die Plätze sind begrenzt, der Eintritt ist kostenlos.
Warum eignen sich Radios besonders als Räume der Gegenöffentlichkeit? Wie können freie Sender in politisch fragilen Zeiten den digitalen Wandel bestehen – und welche Rolle spielen dabei ihre Communitys?
Gemeinsam mit Vertreter:innen aus der Praxis sprechen wir über die Zukunft freier Radios: über technische Infrastrukturen, Finanzierungsmodelle, neue Formen von Reichweite und ihre anhaltende politische Bedeutung als demokratische Stimme jenseits des Mainstreams. Eine Veranstaltung aus der Reihe «lost & found» der taz panterstiftung.
Im Gespräch:
🐾 Alexander Drechsel volontierte bei Spiegel Online und arbeitete zwischen 2001 und 2019 als festangestellter Redakteur für Reuters, ARD-aktuell, DW und den SWR. Seit 2019 leitet er TIDE: Hamburgs Bürger:innensender und Ausbildungskanal. Dort verantwortet er nicht nur zweisprachiges Programm ehrenamtlicher Produzent:innen in Radio und TV, sondern beispielsweise auch die schulische und außerschulische Medienpädagogik.
🐾 Carla-Isabella Dunger arbeitet an der Schnittstelle von Journalismus, Musik und Subkultur. Als Autorin für Hinterhaus schreibt sie über Musik, das Nachtleben und die Menschen und Strukturen dahinter. Sie ist Teil von Sicnal, einem freien Community Radio in Hamburg, Veranstalterin im Golden Pudel Club und studiert Journalismus. Außerdem ist sie Mitgründerin des FLINTA* Roundtable, einer Plattform für Austausch und Vernetzung in der Musik- und Clubszene.
🐾 Nathalie ist seit 2016 im queeren und queerfeministischen Aktivismus engagiert und seit 2018 unter anderem bei Queeramnesty Hamburg. Seit Oktober 2025 ist sie bei TIDE Radio tätig und moderiert die PinkChannel Dyke*Edition, eine Sendung von PinkChannel. Jeden dritten Samstag im Monat um 19 Uhr beleuchtet sie Perspektiven aus der lesbisch-queeren Szene und verbindet intersektionalen Aktivismus mit Popkultur.
🐾 Sebastian Wessendorf ist seit September 2022 bei der Medienanstalt Hamburg / Schleswig Holstein (MA HSH) und seit Mai 2023 Leitung des Bereichs „Verwaltung & Justiziariat“. Zuvor war er drei Jahre als Rechtsanwalt tätig. Seine medienrechtlichen Schwerpunkte bei der MA HSH sind u.a. die Zulassung von Rundfunkveranstaltern, Zuweisungen und Förderungen von Freien Radios.
Moderation:
🐾 Moritz Martin ist taz lab Redakteur und bei der taz panterstiftung im Bereich international media exchange tätig. Er ist Initiator und Moderator der Talk-Reihe lost & found die Musik- und Kulturthemen verhandelt, sowie Co-Founder des Labels MANIAC.
Beteiligen Sie sich:
Sie möchten vorab Fragen für diese Veranstaltung einreichen? Oder nach dem Gespräch Zuschauer:innen-Feedback geben? Schreiben Sie uns! Wir freuen uns auf Ihre Mail: taztalk@taz.de
Die Reihe «lost & found» der taz panterstiftung greift regelmäßig Themen rund um (Club-)Kultur, Musik und Medien auf und beleuchtet die gesellschaftlichen Bedingungen subkultureller Szenen. Bereits der letzte Talk in der taz Kantine drehte sich um die Bedeutung von Community-Radios als partizipative Orte.