taz Geschäftsführer über taz zahl ich : Stillstand ist keine Option
Die taz verändert sich, um zu bleiben: Wie taz zahl ich die Finanzierung unseres unabhängigen Journalismus langfristig sichert.
taz zahl ich | Die taz hat entgegen allen Erwartungen die erste Zeitungsgründung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich geschafft und es geht ihr im 48. Jahr ihres Bestehens besser als je zuvor. Das Geheimnis dieses Erfolgs ist die Bereitschaft – sowohl der Mitarbeitenden als auch der Genoss*innen und Leser*innen –, sich immer wieder zu verändern und sich gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen.
Und dabei nicht den Grund ihres Bestehens aus den Augen zu verlieren: unabhängigen Journalismus für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen und damit zu einem linken Meinungspluralismus beizutragen.
Die größte dieser Veränderungen war sicherlich die „Seitenwende“ der taz im letzten Jahr, also die Einstellung des werktäglichen Drucks der Zeitung zugunsten einer täglichen E-Paper-Ausgabe plus gedruckter wochentaz und dem Online-Angebot auf taz.de. Dadurch konnten wir die Druck- und Vertriebskosten so reduzieren, dass von den Aboerträgen genug zur Finanzierung der Redaktion übrig bleibt, ohne dabei auf eine tägliche Zeitungsausgabe verzichten zu müssen.
Veränderung ist ein Muss
Die Umstellung war aber vor allem deshalb so erfolgreich, weil unsere Leser*innen bereit waren diesen Schritt mit uns zu gehen. Wir sind extrem dankbar, dass fast 90 Prozent unserer Abonnent*innen mit einem Abo dabeigeblieben sind. Und dafür, dass sie wissen, dass guter und unabhängiger Journalismus seinen Preis hat, und sie deshalb bereit sind, für ihre Abonnements einen entsprechend hohen Preis zu zahlen.
Der unausweichliche Grund für die radikale Veränderung: Die Lesegewohnheiten haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Das Lesen hat sich vom Täglichen aufs Wochenende verschoben – und ins Digitale. Viele finden das (und die Möglichkeit, sich die Texte vorlesen zu lassen) mittlerweile komfortabler, als auf Papier zu lesen. Sie informieren sich online über Websites, Podcasts und Newsletter und Social Media.
Wir wissen, dass sich die Welt verändert und wir uns mit ihr verändern müssen. Daher stärken wir bereits seit Jahren besonders auch diese Kanäle und erreichen damit immer mehr junge Menschen, vor allem auf den diversen Social-Media-Plattformen und zunehmend auch mit Videos.
Ein perfektes Modell
Zu dem Wandel gehörte auch die Einführung eines Bezahlmodells, das auf diese veränderten Nutzungsgewohnheiten reagiert. Bereits vor 15 Jahren haben wir mit taz zahl ich eine perfekte Finanzierungsoption gefunden, die unserer Gründungsidee entspricht: ein solidarisches Modell, das den freien Zugang zu unseren Inhalten für alle Menschen ermöglicht, flexibel ist und unsere weiteren Angebote ergänzt.
Im Jahr 2026 werden die Unterstützungsbeiträge der 50.000 taz zahl ich-Unterstützenden mit rund 4 Millionen Euro über 12 Prozent der Gesamterlöse der taz ausmachen. Ein einzelner Beitrag ist vergleichsweise niedrig, doch bietet das einen entscheidenden Vorteil: So haben viel mehr Menschen die Möglichkeit, kritischen linken Journalismus als wichtigen Teil unserer demokratischen Gesellschaft zu unterstützen. Auch unabhängig von der tatsächlichen Nutzung unserer Angebote. Alle, die mitmachen unterstützen so nicht nur die taz, sondern auch die Pressevielfalt.
Klar ist aber auch: Der Ertrag aus einem Abo-Produkt ist deutlich höher als der durchschnittliche monatliche Unterstützungsbeitrag bei taz zahl ich. Im Schnitt zahlt ein*e Unterstützer*in 6,60 Euro im Monat, das Abo der digitalen täglichen Ausgabe dagegen kostet 35,90 Euro im Standardpreis. Anders gesagt: Um ein Abo zu ersetzen, benötigen wir etwas mehr als fünf neue freiwillige Unterstützer*innen.
Die taz zahl ich-Unterstützenden tragen also zwar wesentlich dazu bei, dass Redaktion und Verlag täglich eine gute taz produzieren und vertreiben. Und sie waren und sind ein wesentlicher Baustein bei der Digitalen Transformation. Doch ohne die über 50.000 Abonnent*innen, die ein digitales, wochentaz- oder Kombiabo haben, wäre die Finanzierung der taz nicht möglich.
Empfohlener externer Inhalt
Im Zuge der Seitenwende haben wir gleich mehrere Wege gefunden, den taz-Journalismus in Zukunft zu finanzieren. Doch für eine dauerhafte finanzielle und ideelle Absicherung müssen wir mehr sein – und wer dazu in der Lage ist, muss noch höhere freiwillige Beiträge leisten. Aber wir sind uns sicher, dass wir auf die Veränderungsbereitschaft und die Solidarität unserer einzigartigen Community vertrauen können.