taz🐾lage: Die Wunderlampe
Tageslichtlampen sollen eine ganze Reihe von Wundern bewirken. Sie bringen eine tolle Lichtfarbe dorthin, wo sonst kein natürliches Licht hinfällt, in Büros zum Beispiel. Manche Hersteller werben sogar damit, dass sie Melatonin- und Serotoninspiegel erhöhen. Endlich glücklich malochen!! Eine Funktion allerdings, die die Hersteller sicher nicht eingeplant haben, sorgte am Mittwochabend für Aufregung in der Redaktion. Die letzten Arbeitenden saßen noch vor ihren leuchtenden Bildschirmen, draußen dämmerte es. Da runzelte einer die Nase. „Was stinkt denn hier so?“, – und rannte schon los. Ja, es stank. Aber woher? Zwei, drei, immer mehr Redakteur*innen schlossen sich an. Türen wurden aufgerissen, alle liefen ratlos umher. Dann plötzlich die Erleuchtung. „DA HINTEN BRENNT’S!!“, rief eine Kollegin und sprintete in Richtung Kultur-Ressort, der aufgeregte Pulk hinterher. „Wie? Wo?“, rief einer – und rannte in die falsche Richtung. Ein anderer stieg vor Aufregung auf einen Bürostuhl und fiel beinahe herunter. „Was machen wir denn jetzt?“ „Erst mal den Brand löschen?“, schlug eine vor. „Dem Hausmeister Bescheid geben?“ „Scheiße, der Brandschutzbeauftragte hat schon Feierabend!“ „Oder doch erst die Lampe ausstecken?“
„Die Lampen sind ja sowieso völliger Quatsch“, befand ein anderer mit verschränkten Armen. Zum Glück handelte die Adleraugen-Kollegin geistesgegenwärtig: Sie schnappte sich einen Briefkarton und schlug auf den kleinen Brandherd auf der Leuchtfläche. Feuer gelöscht, Gefahr gebannt, doch der allgemeine Adrenalinspiegel war hoch. Angefeuert packten die verbliebenen Kolleg*innen ihre liebsten Verschwörungstheorien aus – die Russen waren es und so. Gruselig nur: Nach grober Schätzung stehen etwa hundert dieser Tageslichtlampen in der Redaktion. Ich glaube, ich kann nicht mehr arbeiten kommen. (alec)
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