taz🐾lage: Immerhin, der Rüstungsindustrie geht’s gut
Die gute Nachricht des Tages sei, sagt die Kollegin aus dem Wirtschaftsressort trocken in der morgendlichen Frühkonferenz am Donnerstag, dass es der deutschen Rüstungsindustrie doch einigermaßen gut gehe. Allgemeine Heiterkeit am Konferenztisch, denn es ist ja so: Eigentlich ist das alles überhaupt nicht zum Lachen gerade.
Alles, also die Weltlage, gestaltet sich nämlich gerade so, dass man gar nicht genau weiß, über was man sich zuerst und am meisten gruseln soll: die Brutalität, mit der das iranische Regime gegen die eigene Bevölkerung vorgeht? Die Unverfrorenheit, mit der ein US-Präsident glaubt, er kann sich alles und auch jede*n Grönländer*in kaufen? Oder, ach ja, Venezuela, da war ja was, amerikanischer Imperialismus 2.0. In Gaza schlafen die Menschen übrigens immer noch im Dreck, in der Ukraine ist selbstverständlich auch noch Krieg, zerbombte Infrastruktur und außerdem minus 15 Grad. Und die deutsche Wirtschaft – na ja, wir durchschreiten tapfer eine Talsohle, vorwärts immer, oder so ähnlich.
Jedenfalls: Für die Frühkonferenz muss man bei uns dieser Tage gut gefrühstückt haben (oder vielleicht gerade nicht, wem selbiges tendenziell schnell wieder hoch kommt). Und ein bisschen Galgenhumor ist auch nicht schlecht, denn dass man mit Waffen gerade so viel Kohle machen kann, ist natürlich eigentlich zum Croissant-auskotzen.
Der Themenchef bittet schließlich um Konzentration am Konferenztisch, man müsse auch noch über die chaotische Wahl in Uganda sprechen. Und das Inland macht übrigens etwas über den Kampf gegen AfD-Nazis im Osten. Wir hoffen, Sie haben heute gut gefrühstückt. (akl)
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