südwester: Jubel am Flipchart
Hamburg gibt es ungern zu, aber tief vergraben in der hanseatischen Seele ist da eine Kränkung, die nicht weggehen will. Schönste Stadt Deutschlands nennt man sich selbst und weiß doch: bisschen langweilig in der Alster-sauber-geschmirgelt-ändert-auch-die-Reeperbahn-nichts-dran-Glätte. Deswegen geht man jetzt ganz neue Wege im Stadtmarketing. Politisch inkorrekt steht da auf den Flipcharts und herausgekommen ist ein aufarbeitungs-desinteressierter und steuerumgehender Milliardär als Großsponsor fürs Opernhaus. Das schafft Aufmerksamkeit, hat schon der künftige Intendant ebenso klug wie aalig erkannt und nun, Donnerschlag, auch die New York Times. „Nicht auf Stand mit der kulturellen Stimmung“ sei diese Liaison, heißt es dort. Egal, jubelt es hinter den hanseatischen Flipcharts: Hamburg setzt neue Benchmarks im City Branding: Kühne-Oper als globales Best-Practice-Case für transformative Reputationsarbeit.
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