südwester: Leeres Versprechen
Mit Pastor-Segen und Max-Giesinger-Konzert wurde die Seebrücke in Timmendorfer Strand im Herbst eingeweiht. Fast 12 Millionen Euro hat das 427 Meter lange „infrastrukturelle Juwel“ gekostet. Doch ein halbes Jahr später gibt‘s Streit am Ostseestrand. Touris beklagen sich, dass die Brücke langweilig und hässlich ist. Bäderschiffe legen dort wegen Wind, Strömung und Flachwasser nicht an. Der Bürgermeister wiederum zweifelt am Können einer neuen Kapitänsgeneration und empfiehlt statt unerschwinglichem Brückenumbau „ein bisschen üben“ mit einem ortsansässigen Fischer. Erst wollte der südwester lachen, aber dann dachte er, dass das vielleicht gar keine Kümmelschnapsidee ist: Wenn einer an einer ungeliebten und ungenutzten Seebrücke manövrieren kann, dann jemand, der sich gut auskennt mit leeren Netzen und leeren Versprechungen.
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