südwester: Verstrahlte Unesco
Nach fast einem halben Jahrhundert Protest und 35 Jahren Mahnwache ist jetzt Schluss. Seit dem Hiroshima-Tag 1986 demonstrierten am sechsten jedes Monats Atomkraft-Gegner*innen vorm Tor des Brokdorfer Kernkraftwerks, so wie gestern an Nikolaus. Doch nicht mehr am Dreikönigstag 2022: Am 31. Dezember geht die Anlage vom Netz. Triumphalismus aber verbietet sich: Man muss auch an die Leidtragenden denken. So verliert der Ort in der Wilstermarsch auf einen Schlag seine Hauptsehenswürdigkeit, seine treuesten Besucher*innen und die einzige kulturelle Tradition von überregionaler Ausstrahlung. Und das nur, weil die Unesco verpennt hat, sie auf die Liste des immateriellen Welterbes zu setzen.
Mit reinem Gewissen wissen
Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen