nachrichten:
Hamburg verzichtet auf Palantir-Software
Die Polizei in Hamburg wird die umstrittene Analyse-Software des US-Unternehmens Palantir zunächst nicht als Standardanwendung nutzen. Das liege auch an der geopolitischen Gesamtlage, die eine europäische Eigenständigkeit erfordere, wie ein Sprecher der Innenbehörde sagte. Mit der Software können Millionen Daten aus verschiedenen Quellen ausgewertet und verknüpft werden. In Baden-Württemberg soll die Polizei die Software als kurzfristige Lösung nutzen dürfen. (dpa)
Trotz Fangverbots Hummer gefischt
Ein Fischkutter hat vor Helgoland trotz Schonzeit Hummer gefangen. Die Wasserschutzpolizei hat den Kutter am Montag im Fanggebiet vor Deutschlands einziger Hochseeinsel kontrolliert. Er hatte zum Zeitpunkt der Kontrolle unerlaubt rund 250 Kilogramm Hummer an Bord. Da für die Krustentiere noch bis Ende August eine Schonzeit besteht, dürfen sie aktuell nicht gefangen werden. Sie wurden noch vor Ort wieder in die Nordsee gesetzt. Gegen den Schiffsführer des Kutters wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Ihn erwartet ein nicht unerhebliches Bußgeld. (dpa)
Kieler Koalition stellt Windpläne vor
Die Landesregierung in Schleswig-Holstein hat erste Entwürfe für die neuen Regionalpläne Windenergie vorgestellt. Die Pläne enthalten 410 Vorranggebiete, die rund 3,4 Prozent der Landesfläche ausmachen, wie das Innenministerium mitteilte. Damit könne die Vorgabe des Bundes und das Energieziel des schwarz-grünen Koalitionsvertrages bis 2030 erreicht werden. Das Beteiligungsverfahren beginnt am 7. August. Ziel ist es, die neuen Pläne bis Herbst 2026 festzusetzen. (epd)
Hinweistelefon zu Patiententötung
Zu den Ermittlungen gegen einen Arzt aus dem Kreis Pinneberg wegen des Anfangsverdachts der Tötung mehrerer vorwiegend älterer Patienten hat die Polizei ein Hinweistelefon eingerichtet. Die Ermittler gehen 15 bis 20 Fällen nach. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Itzehoe geht es um eine niedrige zweistellige Zahl im Zeitraum von 2020 bis 2025. Ende Juni gab es drei Exhumierungen auf dem Friedhof in Barmstedt (Kreis Pinneberg). (dpa)
Salzwasserstrom zur Asse entdeckt
Bei der Suche nach dem Ursprung des Salzwassers, das in das Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel einfließt, verzeichnet die Bundesgesellschaft für Endlagerung erste Erfolge. Wie das bundeseigene Unternehmen mitteilte, stießen Bergleute in 658 Metern Tiefe auf einen Salzwasserstrom. Weil die Grube, in der rund 126.000 Fässer mit radioaktiven und chemischen Abfällen lagern, vollzulaufen und einzustürzen droht, sollen die Behälter nach Möglichkeit an die Oberfläche geholt werden. (epd)
Zentrum für visuelle Medien geplant
Die Deichtorhallen Hamburg und die Zeit Stiftung Bucerius planen ein bundesweit einzigartiges Zentrum für Visuelle Medien. Die Eröffnung im Haus der Photographie sei für Anfang 2028 geplant, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung am Dienstag. Ziel des neuen Zentrums sei die innovative Erforschung und niedrigschwellige Förderung von Medienkompetenzen. Gerade in Zeiten von Desinformation in Sozialen Medien und zunehmender Beeinflussung globaler Techkonzerne sei die Fähigkeit, Bilder „lesen“ und Fake von Realität unterscheiden zu können, essenziell für die selbstbestimmte Teilhabe in der demokratischen Gesellschaft. (epd)
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